Ausland

Frau von Malaysias Regierungschef hält sich für arm

Mit ihrer Klage über die steigenden Kosten für die Hausbesuche ihres Friseurs und ihres Schneiders hat die Frau des malaysischen Regierungschefs Najib Razak Hohn und Spott auf sich gezogen.

Während einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu einer geplanten Mehrwertsteuererhöhung beschwerte sich Rosmah Mansor über die „viel zu hohen Preise“ für Kleidung und Frisur: „Für diejenigen, die sich das leisten können, mag es ja in Ordnung sein. Aber was ist mit uns Hausfrauen, die kein Einkommen haben?“, sagte sie.

Nach eigenen Worten muss die 63-Jährige allein 1200 Ringgit (290 Euro) monatlich für die Hausbesuche ihres Friseurs bezahlen, damit er ihre Haare färbt. In dem südostasiatischen Land, in dem der auf dem Papier bestehende Mindestlohn von 900 Ringgit oftmals noch unterschritten wird, stieß Rosmahs Klage auf wenig Verständnis: „Ist das ihr Ernst? Einige Familien müssen von dem leben, was sie für das Färben ihrer Haare ausgibt“, merkte ein Facebook-Nutzer an. Eine Twitter-Nutzerin schrieb, sie würde auch gerne „die arme Hausfrau eines Staatsdieners werden“.

Der luxuriöse Lebensstil von Najibs Frau stößt immer wieder auf Kritik. Ihre Gegner werfen der 63-Jährigen vor, seit dem Amtsantritt ihres Mannes 2009 die Bodenhaftung verloren zu haben. Im vergangenen Monat berichtete die „New York Times“ detailliert über teure Immobilienkäufe in den USA von Vertrauten aus dem Umfeld Najibs und erwähnte dabei, dass seine Frau Juwelen im Wert von Millionen von Dollar erstanden habe. Das Büro des Regierungschefs wollte die „unbelegten Spekulationen“ nicht kommentieren. Mitte Februar beschlagnahmte die Polizei ein Buch des renommiertesten Karikaturisten des Landes, in dem dieser sich über den Premierminister und seine Frau lustig machte.