Unglück

„Er kam rein, zog eine Waffe und feuerte“

62-Jähriger stürmt in Tschechien in ein Restaurant und erschießt acht Menschen

Rund zwei Dutzend Restaurantgäste sitzen bei Bier und Knödeln. Es ist kurz vor halb drei in der südmährischen 17.000-Einwohner- Kleinstadt Uherský Brod. Plötzlich stürzt ein Mann mit zwei Pistolen herein und beginnt um sich zu feuern. Sieben Männer und eine Frau sterben am Dienstag auf der Stelle.

Der Besitzer der Gaststätte, Pavel Karlik, zeigte sich erschüttert. „Er kam rein, zog eine kurze Waffe heraus und eröffnete das Feuer“, sagte er. Zuerst habe er gedacht, es sei nur eine Gaspistole. „Aber als ich das Blut sah, war alles klar.“ Das erste Opfer sei die Kellnerin gewesen, sagte ein anderer Augenzeuge. Ein schockierter Rettungsdienstmitarbeiter berichtete, der Schütze habe direkt auf die Köpfe gezielt.

Das Motiv für die Bluttat gibt Rätsel auf. Kurz zuvor hatte der Schütze bei einem Privatfernsehsender angerufen. Er soll gesagt haben: „Ich habe mit Leuten Probleme, die keiner löst, also kläre ich das selbst.“ Er fühle sich schikaniert, die Behörden würden dagegen nichts unternehmen. Man solle ein Fernsehteam nach Uherský Brod schicken – er habe Waffen und Geiseln. „Er sprach mit leiser Stimme“, sagte der Mitarbeiter des Senders, der die Polizei alarmiert hatte. Einigen Gästen gelang in Panik die Flucht. Gaststättenbesitzer Karlik rettete sich mit einigen anderen durch die Hintertür und rief Polizei und Notarzt. Ein anderer Besucher, Petr Gabriel, war dem Täter noch nichtsahnend auf dem Weg zu der Bierhalle begegnet. „Ich habe ihn auf dem Weg zum Lokal überholt und bin zunächst aufs WC – das hat mir wohl das Leben gerettet“, sagte er.

Der Todesschütze ist ein 62-Jähriger ohne Vorstrafen. Der Bürgermeister von Uherský Brod, Patrik Kuncar, sagte, der Mann habe sich zum Schluss selbst erschossen. Es seien bis zu 25 Schüsse gefallen. Der Täter habe in der Nähe der Gaststätte gelebt und müsse offensichtlich geistesgestört gewesen sein. Nach Angaben der Polizei er einen Waffenschein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kondolierte dem Ministerpräsidenten des Landes, Bohuslav Sobotka: „Ich möchte Ihnen und der tschechischen Bevölkerung meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.“, so Merkel.