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Video gegen Mobbing löst Welle der Solidarität aus

Mit einem einfachen Video hat Benjamin Fokken aus dem ostfriesischen Weener im Netz eine Welle der Solidarität ausgelöst.

„Mobbing-Opfer fühlen sich oft einsam und allein gelassen“, lautet eine seiner Botschaften, die er auf weiße Zettel geschrieben hat. Dazu blickt er ernst und sagt kein Wort. Das Video stellte er vor ein paar Tagen auf seine Facebook-Seite, inzwischen wurde es knapp vier Millionen Mal angeschaut und über hunderttausend Mal geteilt.

„Viele Menschen sehen das nicht als selbstverständlich an“, sagte Fokken über seine Motivation. Er sei früher selbst wegen seines Äußeren gemobbt worden. Schon seit Längerem habe er die Idee zu dem Video gehabt. Um diejenigen zum Nachdenken zu bewegen, die andere drangsalieren. „Sie machen das vielleicht, weil sie Spaß daran haben. Und die wissen gar nicht, was sie anderen damit antun.“

Jeder siebte Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren ist laut IT-Branchenverband Bitkom schon einmal Opfer von Mobbing im Internet geworden. Bundesfamilienministerium Manuela Schwesig (SPD) rief Jugendliche kürzlich dazu auf, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn sie Mobbing beobachteten. Zudem forderte die EU-Initiative Klicksafe, Betroffene nach solchen Angriffen nicht alleine zu lassen: „Wir erleben, dass ihnen kaum Hilfestellung gegeben wird.“ Die Folge sei großes Misstrauen bei den Opfern. Denn in der Regel gingen die Schikanen im Netz nicht von Fremden aus, sondern von Mitschülern.

Viele Menschen unterstützten den 19-Jährigen mit ihren Kommentaren auf Facebook. Von den Reaktionen sei er selbst überrascht gewesen, sagte Fokken.