Unwetter

USA: Schnee statt Liebesgrüße zum Valentinstag

Der vierte Wintersturm legt Boston lahm

Der Valentinstag hat dem Nordosten der USA nicht nur Liebesgrüße, sondern auch einen weiteren Schneesturm gebracht – schon den vierten binnen eines Monats. Bis Montag gilt eine Blizzard-Warnung für die Küstenstaaten von Connecticut bis Maine. Angesagt sind bis zu 60 Zentimeter Neuschnee und eisige Winde bei bis zu minus 23 Grad.

„Das Beste, was die Leute tun können, ist im Haus zu bleiben“, sagte Meteorologe William Babcock vom Nationalen Wetterdienst. Möglich seien Stromausfälle sowie Sturmfluten und Stranderosion an Küstenregionen in Nordlage. Auch in weiter westlich gelegenen Staaten wie Ohio und Michigan galten Sturmwarnungen. Bei Unfällen wegen Schnee und Eis wurden in Ohio mindestens zwei Menschen getötet, im Bundesstaat New York mindestens ein weiterer. Am Logan International Airport in Boston wurden am Sonntag fast 400 Flüge gestrichen. Am Morgen ging dort überhaupt nichts mehr. Auch stoppte die Nahverkehrsgesellschaft Massachusetts Bay Transportation Authority am Sonntag den gesamten Bahn-, Bus- und Fährverkehr der Region Boston. Gouverneur Charlie Baker riet allen Bürgern, kein Auto zu fahren. Ein Fahrverbot verhängte er aber nicht.

Der Staat Massachusetts rief Hunderte Angehörige der Nationalgarde zur Unterstützung beim Schneeschippen auf. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Hanscom in der Nähe von Boston wurde schweres Gerät aus acht anderen Bundesstaaten zusammengezogen, um der Schneemassen Herr zu werden. Bei den vorangegangenen Stürmen waren in den vergangenen Wochen bereits bis zu 1,80 Meter gefallen.

Unternehmen und Verbände beklagen inzwischen einen Umsatzrückgang bei Restaurants und Einzelhändlern von bis zu 80 Prozent – und das ausgerechnet vor dem Valentinstag, der normalerweise bis zu 500 Millionen US-Dollar (440 Millionen Euro) Umsatz generiert.