Justiz

Hoeneß’ Freigang soll Aufstand in JVA ausgelöst haben

Seit dem 2. Januar führt Uli Hoeneß ein privilegiertes Häftlingsleben.

An jedem Wochentag darf der ehemalige Präsident des FC Bayern das Freigängerhaus Rothenfeld in Andechs verlassen, erst um 18 Uhr muss er zurück sein und die Nacht hinter verschlossenen Türen verbringen. Doch nach einem Bericht der „TZ“ soll es in Rothenfeld seinetwegen nun Ärger geben.

Wie die Münchener Zeitung berichtet, hat die Gefängnisleitung die Anfangszeiten des Hafturlaubs nach hinten verlegt. Statt um 14.30 Uhr dürfen Häftlinge, denen Hafturlaub zusteht, seit dem 1. Februar die Justizvollzugsanstalt (JVA) erst um 16.30 Uhr verlassen. „Diese Maßnahme wurde nur wegen Uli Hoeneß getroffen“, zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Häftling. „Er hat die Gefängnisleitung mit seinen Anträgen auf Sonderausgang zum Wahnsinn getrieben. Wenn der Antrag aber dienstlich begründet ist, muss Frau Groß ihn genehmigen – da sind ihr die Hände gebunden. Nun bestraft sie den ganzen Knast dafür.“ Monika Groß, Leiterin der JVA Rothenfeld, bestätigte, dass die Anfangszeiten des Hafturlaubs verschoben wurden. Was das mit dem Freigang von Hoeneß zu tun hat, blieb aber unklar.

Inzwischen soll es sogar eine Petition gegen die Maßnahme geben, die alle JVA-Insassen unterschrieben haben. Angeblich soll auch Hoeneß zu den Unterzeichnern gehören. Der Anwalt des 63-Jährigen, Steffen Ufer, spricht von „dummen Gefängnisgerüchten“.

Dass Hoeneß ein halbes Jahr nach seiner Verurteilung Freigängerstatus bekam, ist in Artikel 13 des bayerischen Strafvollzugsgesetzes begründet. Dort heißt es, dass Gefangenen, die sich gut führen und bei denen keine Fluchtgefahr besteht, in der Regel 18 Monate vor dem voraussichtlichen Haftende Freigang gewährt wird. Als Ersttäter darf Hoeneß darauf hoffen, dass seine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Von Vorzugsbehandlung könne keine Rede sein, sagte Anwalt Ufer.