Familie

Babys vertauscht: Entschädigung in Millionenhöhe

Gut zwei Jahrzehnte nach der Geburt ihrer im Krankenhaus vertauschten Babys bekommen zwei Familien in Frankreich eine Millionenentschädigung.

Ein Gericht in Grasse sprach den Betroffenen am Dienstag insgesamt fast zwei Millionen Euro zu, wie die Anwältin der verurteilten Klinik in Cannes, Sophie Chas, mitteilte. Das Gericht gab der Klinik die Schuld an der folgenreichen Verwechslung. Die Forderungen der Kläger an die Ärzte, die damals auf der Geburtsstation tätig waren, wies es jedoch zurück. Die Familien hatten mehr als zwölf Millionen Euro Schadensersatz verlangt. Die betroffenen jungen Frauen werden nach der Entscheidung je 400.000 Euro bekommen, der Rest verteilt sich auf die Eltern und Geschwister. Die neugeborenen Mädchen Manon und Mathilde waren 1994 in der Klinik in Cannes vertauscht worden. Beide bekamen Tage nach ihrer Geburt Gelbsucht und wurden zusammen in ein Kinderbett gelegt und UV-bestrahlt. Später gab eine Angestellte auf der Geburtsstation die falschen Babys heraus. Erst ein Gentest bestätigte die Verwechselung lange Zeit später.