Tiere

Aus dem Körbchen vor die Mattscheibe: Fernsehen für Hunde

Dieser Fernsehsender zeigt vor allem eins: Hunde.

Hunde in allen möglichen Situationen. Welpen rekeln sich im Körbchen, das Fell eines schlafenden Cockerspaniels bewegt sich sanft im Wind, ein Retriever tobt in wilden Sätzen durch ein Maisfeld. Wer sich dafür interessieren soll? Hunde eben. Der Sender DogTV ist kürzlich in Deutschland gestartet und sendet im Telekom-Angebot Entertain rund um die Uhr ein speziell auf die Vierbeiner zugeschnittenes Programm.

Der Hundekanal solle die Tiere beruhigen und beschäftigen, wenn Herrchen und Frauchen außer Haus seien, sagt Gilad Neumann, Mitgründer des Senders. Die TV-Macher beteuern: Hunde gucken wirklich auf die Mattscheibe, wenn auch in der Regel nur wenige Minuten am Stück. Und wenn nicht, freuten sie sich über Geräusche und Musik. „Wir wollen das Leben der 300 Millionen Hunde auf der Welt verbessern“, hat sich Neumann zur Mission gemacht.

Dazu habe man gemeinsam mit Wissenschaftlern genau die Fernsehbedürfnisse von Hunden erforscht. Herausgekommen ist ein Programm, das mit herkömmlichem TV nicht viel gemein hat. Die Hundesendungen sind fünf bis sieben Minuten lang und fast ausnahmslos aus Hundeperspektive gefilmt. Weil die Tiere rot-grün-blind sind, werden auf den Bildern nachträglich die Farben Gelb und Blau verstärkt. Laute Geräusche, die die empfindlichen Ohren stören könnten, sowie Werbung sucht man auf DogTV vergebens.

Die Idee für das Hundefernsehen stammt aus den USA. Dort gibt es DogTV schon seit 2013. Seit November läuft das Programm in Deutschland. Tierschützer sehen das Hundefernsehen kritisch. Es bestehe die Gefahr, dass Halter das Fernsehprogramm als artgerechte Beschäftigung fehlinterpretierten, mahnt ein Sprecher des Deutschen Tierschutzbundes. „Fernsehen kann Spaziergänge oder Spielen keinesfalls ersetzen.“