Justiz

Samenspende-Kinder wollen es wissen: Wer ist mein Vater?

Der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt sich heute mit dem Thema Samenspende.

Dabei geht es um das Auskunftsrecht der so gezeugten Kinder. Zwei 12 und 17 Jahre alte Mädchen aus dem Raum Hannover verlangen von einer Reproduktionsklinik Angaben über ihren biologischen Vater. Die Vorinstanzen bewerteten den Fall der Schwestern unterschiedlich: Das Amtsgericht im niedersächsischen Hameln gab der Klage im Juni 2013 statt, das Landgericht Hannover jedoch wenige Monat später nicht. Die Klägerinnen könnten ihr Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung erst mit Vollendung des 16. Lebensjahres geltend machen, entschieden die Richter im November 2013.

Bereits 1989 billigte das Bundesverfassungsgericht jedem Bürger das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft zu. Anfang 2013 urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Nordrhein-Westfalen) erstmals in einem konkreten Fall, dass durch künstliche Befruchtung gezeugte Menschen Anspruch auf den Namen ihres Vaters haben.

Bei der nun am BGH anstehenden Entscheidung geht es um die Frage, ab welchem Alter das Auskunftsrecht greift. Nach Einschätzung von BGH-Anwalt Hans Klingelhöffer, der die Kläger vertritt, weisen die Bundesrichter dem Verfahren grundsätzliche Bedeutung über den Einzelfall hinaus zu. Samenbanken und Reproduktionskliniken sicherten Spendern in Deutschland jahrzehntelang vertraglich Anonymität zu. Zur Zahl der bisher in Deutschland per Samenspende gezeugten Kinder gibt es nur Schätzungen: Fachleute gehen von um die 100.000 aus.