Gelegenheit

Churchills Bank oder Perserteppich

Das „Hôtel de Paris“ in Monaco versteigert sein Luxus-Inventar

Wer sich im monegassischen „Hôtel de Paris“ einquartiert, ersehnt mehr als nur erstklassige Behandlung. Das Nobelhotel in Monte-Carlo verdankt seinen besonderen Reiz auch dem Glanz, den Stammgäste wie die zur Fürstin Gracia Patricia gewordene Grace Kelly in die Räume brachten. Das „Hôtel de Paris“ zieht mit Prunk und Perfektion seit mehr als 150 Jahren Persönlichkeiten und Ästheten in seinen Bann. Doch auch historischer Prunk braucht mal einen Neuanstrich.

Die Ansprüche der Kunden seien gewachsen, heißt es in der Leitung der Nobelherberge. Vier Jahre lang soll das Hotel deshalb renoviert und entrümpelt werden und bis 2018 in neuem Glanz erstrahlen. Für Liebhaber ist das die Gelegenheit, von Sonntag an ein Stück Luxusgeschichte per sechstägiger Versteigerung zu ergattern.

Im Herzen von Monte-Carlo gelegen, bieten viele Zimmer nicht nur einen traumhaften Blick auf die Côte d’Azur. Auch ein Teil der Formel-1-Rennstrecke des Großen Preises von Monaco kann bequem bei einem Glas Champagner verfolgt werden. Diese Atmosphäre entdeckte auch Hollywood schnell für sich. So lud etwa Errol Flynn, Darsteller von Robin Hood, zu seiner Hochzeitsfeier im Salle Empire des Hotels sämtliche Größen der amerikanischen Filmszene ins Fürstentum.

Seit Eröffnung 1864 war das „Hôtel de Paris“ Drehkreuz der feinen Gesellschaft. Charlie Chaplin, Salvador Dalí und Coco Chanel ließen sich dort blicken. Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt soll im Kasino ihr ganzes Geld verspielt und dem Glücksspiel danach den Rücken gekehrt haben. Aus ihrer ehemaligen Suite ist nun ein Kanapee sowie ein Frisiertisch im Stil der Zeit von Louis XVI. zu ersteigern.

Für Geschichtsliebhaber hält die sechstägige Auktion Ende Januar noch weitere Schmankerl bereit: Der britische Staatsmann Winston Churchill hatte im Hotel ein eigenes Apartment, das der Kriegspremier nach seinem Geschmack gestaltete. Dazu gehörte etwa eine Sitzbank im englischen Stil, die nun 600 bis 800 Euro bringen soll. Eines der teuersten Stücke der Auktion könnte der mehr als 50 Jahre alte Perserteppich der Empfangshalle werden: Er ist mit 10.000 bis 15.000 Euro veranschlagt.