Prozess

Kutcher soll gegen Serienmörder aussagen

Der Schauspieler musste in jungen Jahren miterleben, wie seine Freundin getötet wurde

Sonnyboy Ashton Kutcher muss vor Gericht. Allerdings nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge in einem Mordprozess. Lange hatte der „Two and a Half Men“-Star über das tragische Erlebnis geschwiegen, das sich im Jahr 2001 ereignete. Doch im April muss der Schauspieler, der vor Kurzem Vater einer Tochter wurde, nun doch gegen den Mörder seiner damaligen Freundin aussagen, der als „Hollywood Ripper“ oder „Chiller Killer“ in die US-Kriminalgeschichte einging.

Kutchers damalige Freundin war die 22-jährige Ashley Ellerin, die eine Karriere im Modelbusiness anstrebte. Der damals 23-jährige Kutcher, der durch die Sitcom „Die wilden Siebziger“ schon eine bekannte Größe war, wollte die Studentin am Abend des Mordes, dem 21. Februar 2001, zu einer Grammy-Afterparty abholen. Kutcher verspätete sich allerdings und versuchte, Ellerin per Telefon zu erreichen. Doch die junge Frau antwortete nicht. Gegen 22.45 Uhr fuhr Kutcher dann zu ihrem Bungalow in Hollywood. Als sie auch nach mehrmaligem Klingeln nicht die Tür öffnete, schaute Kutcher durch das Fenster ihrer Wohnung und entdeckte rote Spuren auf dem Boden.

Wie der Schauspieler später der Polizei mitteilte, dachte er, es handele sich um verschütteten Rotwein und ging wieder. Was Kutcher nicht wusste: Zu diesem Zeitpunkt war Ashley Ellerin bereits tot. Bei dem mutmaßlichen Wein handelte es sich um das Blut seiner Freundin.

40 Messerstiche

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Ashley Ellerin von ihrem Mörder unter der Dusche überrascht wurde. Er fügte ihr rund 40 Messerstiche zu und durchschnitt ihre Kehle mit solcher Kraft, dass er sie dabei fast köpfte. Die „Daily Mail“ zitiert aus den Akten, wonach das Opfer zudem in einer erniedrigenden Position mit abgeschnittenen Brüsten vorgefunden wurde. Nicht Kutcher, sondern ihr Mitbewohner Justin Peterson fand die getötete Studentin am nächsten Tag.

Der Vater der Ermordeten, Michael Ellerin, machte dem Schauspieler damals schwere Vorwürfe: „Seinetwegen hatte der Mörder zwölf Stunden Zeit zu fliehen.“ Tatsächlich soll der Täter die Frau erst kurz vor Kutchers Ankunft erstochen haben. Gegen 20.15 Uhr war sie noch lebend gesehen worden. Kutcher aber meldete sich erst am nächsten Tag bei der Polizei. Nach dem Bekanntwerden des Mordes sagte Kutcher damals öffentlich: „Was mit Ashley passiert ist, ist grausam und schrecklich. Die Polizei hat mir gesagt, dass ich mich nicht dazu äußern soll. Alles, was ich sagen kann, ist, dass Ashley ein ganz besonderer Mensch war.“

Die Polizei konnte bei den Ermittlungen DNA-Spuren des Mörders sichern und zuordnen. Es handelte sich um Michael Gargiulo, einen Techniker für Klimaanlagen. Er soll die Frau schon länger beobachtet haben. Im Herbst versuchte er, Ashley Ellerin und ihrem Mitbewohner bei einer Autopanne zu helfen. Dabei gab er Ellerin seine Karte. Ein Freund berichtete, dass er dabei erwischt wurde, wie er den Bungalow der beiden beobachtete. Er soll nur 400 Meter von dem Haus entfernt gewohnt haben.

Ashley Ellerin soll nur eines der Opfer von Michael Gargiulo gewesen sein. Der 38-Jährige wird insgesamt mit mehr als zehn Morden in Verbindung gebracht, was ihm den Namen als „Hollywood Ripper“ oder „Chiller Killer“ einbrachte, weil er jedes Mal die Frauen mit Messern attackierte. Laut Anklage beging Gargiulo schon im Alter von 17 Jahren seinen ersten Mord, aber erst 2008 konnte er festgenommen werden. Er hatte versucht, seine Nachbarin zu töten, doch die Frau wehrte sich und überlebte. Anhand ihrer Aussage und den DNA-Spuren konnte Gargiulo festgenommen werden. Seitdem sitzt er im Gefängnis und steht wegen zahlreicher Delikte vor Gericht. 2013 begann der Prozess um den Mord an Ellerin sowie zwei anderen Frauen.

Gargiulo verteidigt sich selbst. Ashton Kutcher wird ihm bei seiner Aussage vermutlich gegenübersitzen, dabei soll unter anderem die Frage nach dem genauen Todeszeitpunkt seiner damaligen Freundin geklärt werden.