Unglück

Drama in der U-Bahn: Eine Tote in Washington

Dichter Rauch in einem U-Bahn-Tunnel in Washington hat am Montagabend ein Drama ausgelöst:

Eine Frau starb, Dutzende weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Offenbar führte eine schwere elektrische Panne zu der starken Qualmentwicklung.

Die U-Bahn-Station L’Enfant Plaza im Zentrum der US-Haupstadt füllte sich während der Hauptverkehrszeit plötzlich mit Rauch, unter den Pendlern brach Chaos aus. Sanitäter begleiteten Hunderte Fahrgäste zu Sonderbussen, wo sie mit Sauerstoff versorgt wurden.

Nach Angaben der Rettungsdienste wurden 84 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Auch ein Feuerwehrmann war unter den Verletzten, insgesamt wurden rund 200 Menschen medizinisch untersucht. Die „Washington Post“ berichtete von zwei Schwerverletzten.

Fotos auf sozialen Netzwerken zeigten, wie Passagiere ihre Gesichter bedeckten, um den Rauch nicht einzuatmen. Nach der Räumung wurde die Station vorübergehend geschlossen; später wurde der Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Zwei der sechs U-Bahnlinien der Hauptstadt waren infolge des Unglücks stundenlang komplett lahmgelegt.

Die Nationale Verkehrssicherheitsbehörde erklärte, es habe einen „Vorfall mit einem elektrischen Lichtbogen“ etwa 330 Meter vor dem betroffenen U-Bahnzug gegeben. Die Röhre habe sich infolgedessen mit Rauch gefüllt.

Bei Lichtbögen handelt es sich um elektrische Entladungen. Die Spannung entlädt sich dabei in der Luft wie ein Blitzschlag, der erzeugte Lichtbogen hat eine Temperatur von mehreren Tausend Grad und kann zu schweren Verbrennungen führen oder Brände auslösen.

Washington hat nach New York das verkehrsreichste Nahverkehrsnetz. Laut Verkehrsbehörde WMATA absolvieren Busse und Bahnen jährlich rund 2,3 Millionen Fahrten; rund 5,5 Millionen Menschen im Großraum Washington nutzen die Verkehrsmittel.