Kriminalität

Horrorhaus wird nach Kindermord abgerissen

Lautes Wehklagen zerreißt die drückende Stille der Murray Street in Cairns.

Rund drei Dutzend Angehörige, Freunde und Nachbarn der acht ermordeten Kinder zogen am Wochenende in einer kleinen Prozession zu der spontan entstandenen Gedenkstätte für die Opfer. „Meine Babys, meine Babys!“, schluchzt eine Frau mit schmerzverzerrter Stimme. Mit weißen Tüchern wischt sie sich in der Hitze Schweiß und Tränen fort und dämpft allzu herzzerreißende Klagelaute. Acht tote Kinder und die Mutter unter Mordanklage – das übersteigt die grausamste Fantasie.

Die Hintergründe des Familiendramas in Australien bleiben weiter unklar. Die 37-jährige Täterin ist angeklagt, vergangene Woche sieben ihrer eigenen Kinder und eine Nichte ermordet zu haben. Das Haus, in dem die Bluttat stattfand, werde abgerissen, sagte der Parlamentsabgeordnete von Cairns, Gavin King. So sei es mit Angehörigen vereinbart worden. An der Stelle werde eine Erinnerungsstätte für die Kinder zwischen zwei und 14 Jahren gebaut. Die Polizei legte bei einer gerichtlichen Anhörung in Cairns am Montag keine neuen Einzelheiten zum Tathergang vor.

Anwalt Steve McFarlane beantragte, den Fall an ein spezielles Gericht für Täter mit psychischen Störungen zu überweisen. Das habe der Richter abgelehnt, sagte er Reportern anschließend vor dem Gerichtsgebäude. Seine Mandantin werde aber von Ärzten auf ihren psychischen Zustand untersucht. „Sie weiß wahrscheinlich, was passiert ist, aber sie realisiert es noch nicht – das ist meine persönliche Meinung“, sagte McFarlane.