Gewalt

Direns Eltern: Tod des Sohnes hat unser Leben zerstört

Der Todesschütze des Hamburger Austauschschülers Diren in den USA hat einen Tag nach seinem Schuldspruch erstmals Reue gezeigt.

„Ich hatte niemals die Absicht, jemanden zu töten“, sagte Markus K. bei einer Anhörung zur Festsetzung des Strafmaßes in Missoula (Montana): „Es tut mir leid.“

Auch die Eltern des Toten äußerten sich. „Amerika war ein Traum für ihn“, sagte der Vater über seinen Sohn. Der Tod habe sein Leben und das seiner Familie für immer zerstört. „Unsere einzige Hoffnung ist jetzt, dass der Täter für viele Jahre ins Gefängnis muss, um über seine Tat nachzudenken.“ Die Mutter brach bei ihren Äußerungen, die aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzt wurden, in Tränen aus. „Ich konnte nur noch seinen kalten Körper küssen“, schluchzte sie. Als die Eltern am Donnerstagabend den Gerichtssaal betraten, applaudierte das Publikum – auch viele ehemalige Mitschülers Direns waren gekommen.

Markus K. war am Mittwoch wegen vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen worden. Er hatte Diren im April erschossen, als dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Das Strafmaß soll am 11. Februar verkündet werden. Die Mindeststrafe beträgt zehn, die Höchststrafe 100 Jahre.

Derweil hat die Familie von Diren sein Zimmer in Hamburg in eine Gedenkstätte verwandelt. Dort sind etwa Trikots und Fotos des 17-Jährigen zu sehen, ein Plakat mit Beileidsbekundungen aus Missoula, die Auszeichnung als bester Abwehrspieler der Highschool-Fußballmannschaft, ein Ball mit Unterschriften seiner amerikanischen Mitspieler sowie Pokale und Gedichte. In zwei beleuchteten Glaskästen stehen Direns Fußballschuhe – noch mit Schlamm und Gras dran – und sein Fußball. In jedem Zimmer der Wohnung von Direns Familie hängt mindestens ein Foto des toten 17-Jährigen. Vor dem Haus gibt es eine Gedenkstätte mit Blumen und Kerzen.