Naturkatastrophe

Mehr als 100 Tote nach Erdrutsch in Indonesien

Auf der indonesischen Insel Java hat ein Erdrutsch ein Dorf fast vollständig unter sich begraben und möglicherweise mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen.

Rettungskräfte bargen bis zum Sonnabend 17 Leichen, 91 weitere Menschen wurden vermisst. Die Helfer gruben mit Schaufeln im Schlamm und Schutt nach möglichen weiteren Opfern.

Der Erdrutsch wurde von heftigem Regen ausgelöst. In dem an einem Hang gelegenen Dorf Jemblung im Zentrum der Insel Java blieben nur zwei Häuser verschont. Elf Menschen überlebten das Unglück schwer verletzt.

Nach Angaben eines Behördenmitarbeiters beteiligten sich 200 amtliche Helfer und 500 Freiwillige an dem Rettungseinsatz. Schweres Grabungsgerät wurde ins Unglücksgebiet geschickt, um die Suche zu beschleunigen. Tausende Schaulustige behinderten allerdings den Straßenverkehr, es kam zu Staus. Zudem war die Koordinierung des Einsatzes schwierig, weil in dem Unglücksgebiet die Telefonverbindungen nicht funktionierten. Wegen der Sorge vor neuen Erdrutschen durch anhaltenden starken Regen musste die Suche am Samstagnachmittag (Ortszeit) unterbrochen werden.

Augenzeugen berichteten, wie unerwartet und gewaltig die Erdmassen über das Dorf rollten. Es habe ein „donnerndes Geräusch“ gegeben, und die Erde habe gebebt, sagte eine Frau namens Bini. „Ich bin gerannt, um meine Tochter auf höheres Gebiet zu bringen, und ich habe geweint, weil ich Menschen gehört habe, die von weiter unten nach Hilfe schrien.“ Ihr Mann und ihr 14-jähriger Sohn würden noch vermisst. Ein anderer Überlebender, Harno, sagte, innerhalb von fünf Minuten seien der Boden und die Bäume vollständig von Schlamm bedeckt gewesen.