Extremismus

5000 Euro Belohnung bei der Jagd nach den Brandstiftern von Vorra

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkünfte bei Nürnberg ermittelt seit Sonnabend eine Sondereinheit der Polizei. Sie rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach dem oder den Tätern auf und verteilte Handzettel. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf der CSU eine Verschärfung des Meinungsklimas in den vergangenen Monaten vor.

In Vorra bei Nürnberg waren in der Nacht zum Freitag durch Brände mehrere Gebäude schwer beschädigt worden, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Die Häuser wurden zudem mit fremdenfeindlichen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert.

Die Polizei in Nürnberg teilte mit, es sei eine 20-köpfige Sonderkommission gebildet worden. Für Hinweise auf den oder die Täter wurde eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Am Sonnabend verteilten Beamte in Vorra Handzettel und brachten Plakate an, wie eine Polizeisprecherin sagte. Zudem wurde eine Hinweis-Telefonnummer geschaltet. Einige Hinweise seien zwar eingegangen, sagte die Sprecherin, „eine heiße Spur gibt es aber noch nicht“. Am Nachmittag gab es einen Schweigemarsch unter dem Motto „Rassismus bekämpfen“ in Vorra.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, forderte, in der Gesellschaft müsse stärker für die humanitäre Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung und -versorgung geworben werden. „Neben der Aufnahme der Menschen ist es wesentlich, auch ihre Integration verstärkt in den Blick zu nehmen.“ Der Anschlag auf die geplanten Unterkünfte sei „ein krimineller Akt“ und müsse entsprechend schnell geahndet werden.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warf der CSU vor, in den vergangenen Monaten mit wiederholten populistischen Vorstößen – vom Sozialtourismus bis zur Deutschpflicht – zu einer Verschärfung des Meinungsklimas beigetragen zu haben. „Der mutmaßlich rechtsextreme Hintergrund der Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Vorra sollte die CSU wirklich wachrütteln“, so Hofreiter. Rechtspopulistische Signale würden immer gern von denen aufgenommen, die dumpf rechtsextrem und menschenverachtend handelten.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte, die Ermittler arbeiteten unter Hochdruck. Er warnte aber davor, mit allzu raschen Ergebnissen zu rechnen. Die Ermittlungen seien sehr aufwendig. Beispielsweise müssten DNA-Spuren am Tatort analysiert und abgeglichen werden.