Gewalt

Morddrohungen vor Todesschüssen auf Hamburger Schüler

Im Prozess um die Todesschüsse auf den Hamburger Austauschschüler Diren in den USA hat die Lebensgefährtin des Angeklagten ihre Wut auf Einbrecher beschrieben.

„Wir haben alles abgeschlossen, und ich wollte das Haus zu Fort Knox machen“, sagte die Frau am Freitag im Gericht in der Stadt Missoula (Bundesstaat Montana). In die Garage des Paars war zuvor bereits zweimal eingebrochen worden. Dennoch war in der Tatnacht im April die Garage offen, in die der 17-jährige Diren eindrang und in der er vom Besitzer erschossen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen deshalb vor, in Selbstjustiz Dieben eine tödliche Falle gestellt zu haben.

„Ich wollte nicht mehr das Opfer sein, verletzlich und unsicher“, sagte die Frau. Deshalb habe sie sich einen Baseballschläger, der jetzige Angeklagte eine Schrotflinte gekauft. Sie sei es auch gewesen, die die Garage mit Bewegungsmeldern ausgestattet und eine Handtasche neben das Tor gestellt habe. „Ich dachte, wenn ein Dieb reinkommt und sie sieht, denkt er, er hat den Hauptgewinn und haut sofort ab.“ In der Tasche sei aber nur eine alte Geldbörse mit abgelaufenen Kreditkarten gewesen.

Die Frau war zuvor von der Verteidigung des 30-Jährigen als treibende Kraft geschildert worden. Sie sagte jetzt betont locker aus und beschrieb sich als vorsichtig – erst recht, seit beide einen jetzt knapp eineinhalb Jahre alten Sohn haben. Zuvor hatten drei Friseurinnen die Morddrohungen des Angeklagten bestätigt. Nach zwei Einbrüchen habe er nur Tage vor den tödlichen Schüssen im Gespräch mit den Frauen gesagt, dass er „ein paar Jugendliche abknallen wolle“: „Er sagte, er habe drei Nächte nicht geschlafen, weil er mit einer Schrotflinte auf der Lauer liege, um ein paar Kids zu töten.“ Sie habe dem keine große Bedeutung beigemessen. „Er sagte dann aber: Ich mache keine Witze. Ihr werdet das in den Nachrichten sehen.“ Vier Tage später erschoss der Mann Diren.