Karrieresprung

„Teich-Trottel“ wirbt für Pumpen

16-Jähriger wollte Gewässer trockenlegen. Dafür wird er Werbestar

Erinnern Sie sich an den linkischen Teenager mit der verrückten Sommeridee, einen Zwei-Millionen-Liter-Teich auszupumpen, um sein Handy wiederzufinden? Wenn nicht, dann ist das auch nicht so schlimm. Denn Sie werden ihn sowieso bald wiedersehen. Der junge Mann darf jetzt nämlich Werbung für Deutschlands Marktführer für Entwässerungstechnik und Abwasserentsorgung machen und wird so zum Pumpen-Star. Der Karrieresprung kam, sagen wir, über Umwege: Im Juli wollte der 16-jährige Dwight K. aus Meppen einen 80 Meter langen, 15 Meter breiten sowie 1,5 Meter tiefen Teich mit zwei kleinen Tauchpumpen leeren. Er hatte beim Angeln sein Smartphone fallen gelassen.

Als die Medien von dieser Geschichte hörten, wurde Dwight als „Teich-Tölpel“ und „Teich-Trottel“ von der „Bild“-Zeitung und RTL geradezu gefeiert, denn Dwight hatte einen Schlauch in einen Abfluss eines Toilettenhäuschens gesteckt. Im Nu wurden durch seine selbst gebaute Pumpe literweise Fäkalien auf das Gelände rings um das Gewässer gespült. Der Chef des Angelvereins, der Dwight erwischte, war sehr wütend. Die Polizei schaltete sich wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ein. Auf Facebook wurde er ausgelacht und sein Account mit E-Mails voller Häme geflutet. Keine coolen Aussichten für einen Teenager.

Doch jetzt fasste sich die Firma Jung Pumpen aus Steinhagen in Nordrhein-Westfalen ein Herz und lud Dwight zu einem Drei-Tage-Praktikum ein, um ihm zu zeigen, wie man Pumpen richtig anwendet. „Wir werden ihm helfen, sein Image positiv zu verändern“, sagte Andreas Kämpf, Chef der Marketingabteilung. „Wir wollen aus dem ‚Teich-Trottel‘ den Pumpen-Profi machen.“ So besuchten sie mit Dwight eine Kläranlage und zeigten ihm eine Kellerentwässerung. „Wir haben kleine Videos mit ihm gedreht, die wir nach und nach bei YouTube hochladen und die er auf seinem Facebook-Account posten kann, um die Mobbing-Kampagne vom Sommer hinter sich zu lassen“, sagt Kämpf weiter.

Inzwischen wurde das Strafverfahren gegen Dwight eingestellt, doch sollte er in den kommenden zwei Jahren noch einmal auffallen, drohen ihm Sozialstunden, sagt der 16-Jährige. Die Idee, den Teich auszupumpen, fand Marketingchef Kämpf übrigens gar nicht so übel, nur seien die verwendeten Pumpen zu klein gewesen. Als Gage für die Werbekampagne bekommt Dwight ein wasserdichtes Mobiltelefon, neue Kleidung sowie für seine Mutter eine Flutbox mit Profi-Pumpe.