Kriminalität

Doppelmord bei Kiel: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Eine Woche nach dem Doppelmord an zwei Frauen in einem Pferdestall in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat die Polizei einen „dringend Tatverdächtigen“ gefasst.

Spezialkräfte der Polizei nahmen im knapp zehn Kilometer entfernten Beringstedt einen 28 Jahre alten Mann fest. Darüber hinaus wurde in Neumünster ein 27-Jähriger festgenommen wegen des Verdachts einer Tatbeteiligung.

Dieser Mann wurde mittlerweile wieder entlassen. „Es wird aber weiter geprüft, ob der Mann an dem Verbrechen mitgewirkt hat“, sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Über den 28-jährigen dringend Tatverdächtigen machte die Oberstaatsanwältin zunächst keine weiteren Angaben. Er sollte noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Eine 83-Jährige und ihre 57 Jahre alte Tochter waren am Dienstag vergangener Woche tot im Pferdestall ihres Hofs am Ortsrand von Haale gefunden worden. Inge S. und Regina F. lebten seit 1998 auf dem Hof mit Wohnhaus, Stall, Scheune und Koppeln. Dort betrieben sie einen kleinen Gnadenhof für alte oder misshandelte Pferde. Bürgermeister Bernd Holm zeigte sich erleichtert über den Ermittlungserfolg. „Aber noch ist nichts bewiesen“, gab er zu bedenken. Sollte das Verbrechen aufgeklärt sein, werde Haale wieder zur Ruhe kommen. „Nach der Gewalttat herrschte im Dorf Verunsicherung, bei einigen auch Angst.“

Am 18. November hatte ein Autofahrer im Vorbeifahren einen Brand im Stall gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Nachdem der Brand relativ rasch hatte gelöscht werden können, entdeckte ein Feuerwehrmann hinter einer Stalltür eine Tote. Später wurde auch die zweite Leiche gefunden. Der oder die Täter hatten das Feuer gelegt.

Die Frauen waren erschossen worden. Medienberichten zufolge sollen die Leichen außerdem Stichverletzungen aufweisen. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu. Die Tatwaffen wurden bisher noch nicht gefunden, auch nachdem die Polizei die bekannten Besitzer von Waffen in der Region aufgesucht und deren Waffen untersucht hatte.

Bis vor wenigen Tagen war noch vermutet worden, dass der Täter aus dem persönlichen Umfeld kommt, denn der scharfe Hund der getöteten Regina F. hatte in der Tatnacht offenbar nicht angeschlagen.