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Jugendlicher Intensivtäter

Debatte Muhlis Ari – aus Datenschutzgründen wurde der damals Jugendliche lange „Mehmet A.“ genannt – war Anlass für eine intensive Debatte über Jugend- und Ausländerkriminalität. 1984 in München als Sohn türkischer Eltern geboren, hatte er schon vor seinem 14. Geburtstag 60 Straftaten begangen: Körperverletzungen, Erpressungen, Einbrüche, Diebstähle.

Abschiebung Nachdem er mit 14 Jahren – und damit strafmündig – einen Schüler krankenhausreif geschlagen und ausgeraubt hatte, wurde er 1998 zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt, dann jedoch ohne seine Eltern in die Türkei abgeschoben. Ari besitzt die türkische Staatsangehörigkeit. Auf Anordnung eines Gerichts durfte er aber 2002 zu seinen Eltern nach Deutschland zurückkehren.

Rückkehr Drei Jahre später wurde Muhlis Ari wegen Erpressung und Gewalt gegen seine Eltern zu 18 Monaten Haft verurteilt, woraufhin er in die Türkei flüchtete. 2013 wollte Ari auf der Frankfurter Buchmesse seine Autobiografie vorstellen. Die bayerischen Behörden lehnten es ab, ihn ohne nachfolgende Strafverfolgung einreisen zu lassen. Der Haftbefehl gegen ihn ist weiter wirksam. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wandte sich gegen eine Aussetzung der Strafe gegen Ari.