Wetterchaos

Kalt erwischt

Wintereinbruch mit meterhohem Schnee in den USA: Mindestens sieben Menschen sterben

Ein früher Wintereinbruch hat in den USA zu Minustemperaturen in allen 50 Staaten sowie mehreren Toten geführt. In den Staaten New York, New Hampshire und Michigan kamen mindestens sieben Menschen aufgrund des Winterwetters ums Leben. In Gegenden vom Mittleren Westen bis zum Süden des Landes verursachten starker Wind und eisige Straßen Unfälle. Zudem mussten Schulen geschlossen werden. Die Wetterbehörde warnte, dass der Schneefall weiter anhalten werde.

Besonders betroffen war die Stadt Buffalo im Staat New York, die nach einem heftigen Schneesturm unter einer 1,80 Meter hohen Schneeschicht versank. Die nationale Wetterbehörde warnte für Buffalo, dass nach einer kleiner Atempause schon am Donnerstag neuer Schneefall zu erwarten sei. Der Schneesturm wurde als einer der schlimmsten in der Geschichte der Region beschrieben. Ein 212 Kilometer langer Autobahnabschnitt im Staat New York musste geschlossen werden. Rund 150 Fahrzeuge steckten nach Angaben eines Sprechers der Verkehrsbehörde fest.

Die Insassen warteten stundenlang darauf, befreit zu werden. Einige mussten sogar mehr als einen Tag ausharren. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, entsandte 150 Mitglieder der Nationalgarde, um bei der Räumung von schneeverstopften Straßen zu helfen und zurückgelassene Autos auf die Seite zu schaffen.

„Es erschien wie ein Albtraum“, sagte Bryce Foreback aus dem Staat Pennsylvania per Handy, als er bereits 20 Stunden auf Hilfe wartete. Der 23-Jährige war am späten Montagabend (Ortszeit) in eine lange Autoschlange südlich von Buffalo geraten und kam nicht mehr voran. „Es fühlte sich einfach nicht so an, als ob es enden würde“, sagte er: „Ich habe schon seit etwa 30 Stunden nicht mehr geschlafen und ich warte einfach darauf, hier rauszukommen.“ Auch Mitglieder einer Frauenbasketballmannschaft mussten stundenlang warten. Einige seien so durstig geworden, dass sie geschmolzenen Schnee getrunken hätten.

Wie Meteorologen berichteten, fielen die Temperaturen am Dienstag in allen 50 US-Staaten auf oder unter den Gefrierpunkt. Der Blick auf die Gradzahlen erinnere eher an den Januar als an einen November, hieß es. In Atlanta im Staat Georgia und der US-Ostküste waren die Touristen Morten und Annette Larsen aus Kopenhagen von den Temperaturen von minus ein Grad Celsius überrascht. „Hier ist es im Moment so kalt wie in Dänemark“, sagte Morten Larsen.