Band-Aid-Kampagne

Bob Geldof und Campino lassen die Deutschen singen

30 Jahre nachdem Bob Geldof und Midge Ure das Projekt Band Aid starteten, um mit ihrem Weihnachtssong „Do they know it’s Christmas“ Geld für hungernde Menschen in Äthiopien zu sammeln, folgt nun eine Neuauflage des Projekts.

Band Aid Thirty heißt der Relaunch der Spendenkampagne, der am Donnerstag im „Soho House“ an der Torstraße vorgestellt wurde. Von links nach rechts sitzen an einem langen Tisch die Musiker Max Herre, Campino von den Toten Hosen, Bob Geldof und Thees Uhlmann.

Waren in der Vergangenheit Hungersnöte Auslöser der Band-Aid-Kampagnen, ist Geldofs Eifer diesmal darauf gerichtet, Ebola zu bekämpfen. „Die UN hat gesagt, wir brauchen 20-mal mehr Ressourcen als jetzt“, sagt Geldof. „Aber die deutschen Medien interessieren sich nicht für Ebola. Sie berichten nicht darüber. Entweder ihr stoppt Ebola in Westafrika, oder es geht weiter, und dann sind es eure Kinder, eure Liebhaber, eure Männer und Frauen, die ihr nicht anfassen dürft, wenn sie sterben.“ Geldof zeigt sich in solch einer Rage, dass ihm tatsächlich mehr als zehn Mal das Wort „Fuck“ über die Lippen fährt.

Dieses Mal wird es auch eine eigene deutsche Version des Songs geben. Campino, Thees Uhlmann und Rapper Marteria arbeiten am Text. Kommenden Montag stehen die Musiker im Studio. Mit dabei: Anna Loos, Die Toten Hosen, Max Herre, Max Raabe, Udo Lindenberg und Wolfgang Niedecken und sogar Ina Müller. 27 deutsche Künstler haben bisher zugesagt. Nur eine fehlt. Helene Fischers Telefonnummer habe er nicht gehabt, sagt Campino gegen Ende der Konferenz. „Wir wollen sie und Rammstein im Duett haben“, sagt Bob Geldof. „Das wäre sensationell“, schließt Campino versöhnlich. Jetzt muss das nur noch mit den Nummern klappen.