Schändung

Symbolbeladene KZ-Tür in Dachau wurde gestohlen

Unbekannte haben in der KZ-Gedenkstätte Dachau die historische Tür am Haupteingangstor mit dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ gestohlen.

Durch das 1936 errichtete Tor am sogenannten Jourhaus mussten während des Nationalsozialismus die Insassen jeden Tag ein und aus gehen. Es gilt deshalb als zentrales Symbol für den Leidensweg der Häftlinge. „Das ist eine neue Qualität der Schändungsenergie“, sagte die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, am Sonntag. Dies sei der bisher „schwerste Angriff auf den Gebäudebestand der Gedenkstätte“. In der Gedenkstätte Auschwitz hatte es vor fünf Jahren eine ähnliche Tat gegeben.

Der Sicherheitsdienst hatte den Diebstahl am frühen Sonntag festgestellt. Die schwarze schmiedeeiserne Tür misst etwa einen mal zwei Meter und ist Bestandteil des größeren Haupteingangstors. Das umzäunte Gelände der Gedenkstätte wird seit 2001 von einem privaten Sicherheitsdienst überwacht. Nachts kontrolliert ein Mitarbeiter die Umgebung in unregelmäßigen Abständen. Gegen eine Überwachung mit Videokameras hatte man sich entschieden, weil man aus der Gedenkstätte „keinen Hochsicherheitstrakt“ machen wollte, so Hammermann.