Epidemie

Angst vor Ebola: Kanada verhängt Einreiseverbote

In Westafrika sehen die Vereinten Nationen dagegen Fortschritte im Kampf gegen die Seuche

Nach Australien verweigert jetzt auch Kanada Menschen aus den westafrikanischen Ebola-Ländern die Einreise. Vorübergehend würden keine Visa für Reisende aus den betroffenen Ländern ausgestellt. Diese Maßnahme sei nötig, um die kanadischen Bürger zu schützen, teilte die Regierung in Ottawa mit. In dem nordamerikanischen Land ist bislang kein Ebola-Fall bekannt.

Vor einigen Tagen hatte Australien seine Grenzen für Menschen aus den Ebola-Gebieten geschlossen. In Deutschland gibt es solche Maßnahmen nicht.

UN-Ebolakoordinator David Navarro hatte zuvor einige Staaten für ihre Quarantäneregeln bei der Rückkehr von Ärzten und Krankenschwestern kritisiert. „Wir möchten nicht, dass sie sich in ihrer Heimat nach der Rückkehr nicht willkommen fühlen.“ In den USA war vergangene Woche eine Krankenschwester nach ihrer Rückkehr aus Sierra Leone unter ihrer Ansicht nach sehr harschen Bedingungen isoliert worden. Sie zeigt keine Symptome, und bisher konnte bei ihr in mehreren Tests keine Infektion festgestellt werden.

In Westafrika sehen die UN dagegen vermehrt Fortschritte im Kampf gegen die Seuche. Aktuelle Zahlen deuteten beispielsweise auf weniger Neuinfektionen in Liberia hin, sagte UN-Ebolakoordinator Navarro in New York. Man sei zudem auf einem guten Weg, wie geplant bis Anfang Dezember 70 Prozent aller Erkrankten zu behandeln. Von der geforderten Milliarde Dollar an Hilfsgeldern seien 50 Prozent bereits zugesagt, hieß es weiter.

Die Bundeswehr bereitet sich verstärkt auf ihren Hilfseinsatz in den Ebola-Gebieten vor. In München trainieren Soldaten in einem mobilen Speziallabor den Ernstfall. Im Labor können sie innerhalb von vier Stunden testen, ob ein Patient an Ebola oder Malaria erkrankt ist.

„Das ist die am höchsten entwickelte Einrichtung, die es im Moment gibt – und die gibt es nur hier“, erklärte Oberfeldarzt Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Die Soldaten unterstützen damit die Hilfsorganisationen vor Ort, die keine eigenen Testlabore haben.

Wann es tatsächlich los geht und wohin der Einsatz der Experten geht, ist noch unklar. „Die Logistik aber ist bereits durchgeplant“, sagt Wölfel. „Wir können innerhalb von 48 Stunden abflugbereit sein.“