Unglück

20 Arbeiter in türkischem Bergwerk eingeschlossen

Bei einem Grubenunglück im Süden der Türkei sind am Dienstag unterschiedlichen Quellen zufolge 18 bis 20 Bergarbeiter eingeschlossen worden.

Rund 20 weitere seien nach einem Wassereinbruch schnell aus der Kohlemine Has Sekerler bei der Stadt Ermenek in Sicherheit gebracht worden, teilte der Gouverneur der Provinz, Murat Koca, mit. Der Wassereinbruch hat zudem dazu geführt, dass ein Stollen teilweise eingestürzt ist.

Ein halbes Jahr nach der bislang größten türkischen Bergwerkskatastrophe in Soma mit 301 Toten rücken mit dem neuerlichen Unglück abermals die Sicherheitsstandards im türkischen Bergbau in den Brennpunkt. Die Minister für Energie und Verkehr brachen umgehend von Ankara ins rund 500 Kilometer südlich gelegene Ermenek auf, um den Rettungseinsatz zu überwachen.

Gouverneur Koca sagte, im Bergwerk aufgestautes Wasser habe einen Stollen geflutet, in dem gearbeitet worden sei. Für den privaten Betreiber der Kohlemine sagte Sprecher Sahin Uyar dem Fernsehsender NTV, 18 Arbeiter seien in 300 Meter Tiefe eingeschlossen. An drei Stellen werde Wasser aus dem Stollen abgepumpt. Zunächst habe es keinen Kontakt zu den eingeschlossenen Bergarbeitern gegeben.

Das Feuer in der Kohlemine in Soma hatte im Mai schwere Sicherheitsmängel und eine laxe Kontrolle durch die regionalen Behörden offenbart. Die Tragödie löste Proteste gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan aus, der inzwischen zum Staatspräsidenten gewählt worden ist. Tausende von Menschen protestierten in Istanbul und anderen Städten. Erdogan wies die Verantwortung seiner Regierung seinerzeit zurück. Für viel Wut sorgte seine lapidare Begründung, Arbeitsunfälle wie dieser passierten „überall auf der Welt“. Kritik an Sicherheitsvorkehrungen gibt es auch in anderen Branchen, insbesondere beim Bau und Schiffsbau.