Epidemie

Hoffnung auf Ebola-Impfstoff

Tests auch in Deutschland. Spanische Pflegerin übersteht die Krankheit

Im Kampf gegen Ebola wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kürze auch in Deutschland ein Impfstoff getestet. Dabei handelt es sich um Teile der Charge von 800 Ampullen, die Kanada zur Verfügung gestellt hat, sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny am Dienstag in Genf. Der Stoff, der beim Transport auf minus 80 Grad Celsius gekühlt werden muss, wird zunächst nach Genf gebracht und von dort weiter an verschiedene Testlabors – unter anderem in Hamburg – verteilt.

Bis Dezember hoffe man auf erste gesicherte Erkenntnisse über die Sicherheit der Impfstoffe. Neben dem kanadischen Produkt gebe es einen weiteren vielversprechenden Impfstoff, der von den US-Gesundheitsbehörden zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline entwickelt werde und gerade getestet werde, sagte Kieny.

Wenn diese Mittel als sicher erachtet und zugelassen würden, könnten Zehntausende Dosen im Januar in Westafrika in einem größeren Feldversuch eingesetzt werden, um die Wirkung zu überprüfen. Zudem werden nach Aussage von Kieny etwa in Russland Impfstoffe entwickelt. Auch die Behandlung von Patienten mit dem Blut genesener Ebola-Kranker habe sich als vielversprechend erwiesen.

Fortschritte meldeten am Dienstag auch französische Forscher: Sie haben nach eigenen Angaben einen Schnelltest für das Virus entwickelt. Mit dem Streifen in der Größe eines Schwangerschaftstests könne der Erreger innerhalb von 15 Minuten nachgewiesen werden, berichtete die staatliche Atomforschungseinrichtung CEA in Paris. Als Grundlage für die Untersuchung mit dem „eZYSCREEN“ genannten Test reiche ein Tropfen Blut, Plasma oder Urin. Aktuelle Test dauerten bis zu zweieinhalb Stunden.

Die Madrider Ebola-Patientin hat die gefährliche Virus-Krankheit mittlerweile überwunden. Bei einer zweiten Blutanalyse seien hier keine Ebola-Viren festgestellt worden, teilte das Ärzteteam der Klinik Carlos III am Dienstag mit. Die 44-Jährige hatte sich bei der Behandlung eines aus Westafrika eingeflogenen Missionars infiziert. Dies war der erste Fall einer Ebola-Übertragung von Mensch zu Mensch in Europa.

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ meldete am Dienstag den 1000. überlebenden Ebola-Patienten aus ihren Projekten in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Allerdings hätten zahlreiche Patienten immer noch Angst, sich behandeln zu lassen, berichtete die Notfallkoordinatorin der Organisation, Anja Wolz. „Viele nehmen die Ebola-Behandlungszentren eher als Todeszentren wahr, weil sie mitbekommen, dass Patienten hier auch sterben“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Damit steige die Gefahr für die Angehörigen, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Bisher sind mehr als 4500 Menschen an der Seuche gestorben.