Untersuchung

Mexiko: Leichen in Massengrab nicht vermisste Studenten

Bei keinen der 28 Leichen in einem Massengrab in Südmexiko handelt es sich um die der 43 nach Gewaltakten vermissten Studenten.

Das teilte der Gouverneur des Staats Guerrero, Jesus Murillo Karam, am Dienstag mit. Demnach fehlt von den 43 jungen Leuten weiter jede Spur. In dem Fall seien jedoch 14 weitere Polizisten festgenommen worden. Sie hätten gestanden, etwas mit dem Verschwinden der Studenten zu tun zu haben.

Am 26. September war es in der Stadt Iguala 200 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt zu einer Auseinandersetzung zwischen protestierenden Studenten und der Polizei gekommen. Sechs Menschen wurden erschossen, zwölf weitere verletzt. Danach wurden zunächst 57 junge Leute vermisst, einige tauchten aber nach Tagen wieder auf. Zuletzt galten noch 43 als verschwunden, die meisten von ihnen Studenten am Lehrerkolleg Aytozinapa, das in Mexiko für radikalen Aktivismus bekannt ist. Am vergangenen Sonntag stießen Suchtrupps im Randgebiet von Iguala auf ein Massengrab mit 28 verkohlten Leichen, einige Tage später führten Verdächtige die Polizei zu weiteren Gräbern in der gleichen Gegend. Die grausigen Funde näherten Befürchtungen, dass es sich bei den Toten um die vermissten Studenten handeln könnte.

Unterdessen haben Sicherheitskräfte einen Anführer der vermutlich an dem Massenmord beteiligten Bande „Guerreros Unidos“ getötet. Benjamín Mondragón Pereda sei am Dienstag bei einer Schießerei in der Ortschaft Jiutepec im Bundesstaat Morelos ums Leben gekommen, teilte die Regionalregierung mit. Zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande wurden demnach festgenommen. Zwei Mitglieder der „Guerreros Unidos“ hatten die Ermittler zu den Massengräbern geführt und den Mord an 17 Verschleppten eingeräumt. Die Bande hat nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft die örtlichen Sicherheitskräfte unterwandert.