Fahndungserfolg

Mexikos Polizei fasst berüchtigten Drogenboss

Im Kampf gegen die Drogenkartelle in Mexiko hat die Polizei mit Vicente Carrillo Fuentes, 51, einen weiteren hochkarätigen Boss festgenommen.

Der Chef des Juárez-Kartells wurde in der Stadt Torréon im Norden Mexikos bei einer Verkehrskontrolle gestellt, wie der nationale Sicherheitskommissar Monte Alejandro Rubido verkündete. Mit diesem Fahndungserfolg sind nun binnen zwei Jahren fast alle Drogenbosse der alten Kartelle wie Sinaloa, Zetas oder Gulf hinter Gittern. Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam sprach von einer „Gefangennahme von großer Bedeutung“. Auch die US-Antidrogenbehörde DEA gratulierte den mexikanischen Einsatzkräften für den Fahndungserfolg.

Carrillo Fuentes ist im mexikanischen Drogenmilieu unter den Namen „Der Vizekönig“ und „Der General“ bekannt. Er übernahm die Kontrolle über das Juárez-Kartell vor fast zwei Jahrzehnten von seinem Bruder Amado, der das Syndikat gegründet hatte und 1997 bei einer verpfuschten kosmetischen Operation ums Leben gekommen war. Mexiko hatte für entscheidende Hinweise auf Carrillo Fuentes 30 Millionen Pesos (1,8 Millionen Euro) in Aussicht gestellt. Dem Zugriff waren elfmonatige Ermittlungen vorangegangen. Die großen Mafiaorganisationen haben die Behörden seit Amtsantritt von Präsident Enrique Peña Nieto im Dezember 2012 damit weitgehend zerschlagen. In die Lücke stoßen allerdings kleinere und noch gewalttätigere Banden, die mit ihren Verbrechen viel direkter als die Drogenkartelle auch Bürger erreichen und offenbar auch korrupte Polizisten in ihren Reihen haben.