Seuchenbekämpfung

Ebola-Epidemie breitet sich immer schneller aus

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer rasanter aus.

Innerhalb einer Woche seien mehr als 700 neue Fälle dazugekommen, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mit. Insgesamt haben sich den Angaben zufolge rund 5300 Menschen mit der Krankheit angesteckt, fast die Hälfte davon in den vergangenen drei Wochen. Ende August lag die Zahl der Neuerkrankungen noch bei rund 500 pro Woche.

Auch die Zahl der Toten nimmt zu. Die WHO schätzt sie mittlerweile auf mehr als 2600, die meisten davon in Liberia. Daneben sind auch Sierra Leone, Guinea, Nigeria und Senegal betroffen. Auch 318 medizinische Helfer erkrankten an dem Virus. Rund die Hälfte von ihnen starben.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte unterdessen die versprochene Hilfe der Bundesregierung im Kampf gegen Ebola in Westafrika als unzureichend. „Ich bin mir nicht sicher, dass man sich hier in Berlin des Ausmaßes dieser Krise wirklich bewusst geworden ist“, sagte Geschäftsführer Florian Westphal am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Auch der angekündigte Transport einer Krankenstation in das Krisengebiet sei ohne zugehöriges Personal wirkungslos. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch zusätzliche Ebola-Hilfe in Form von Lufttransporten versprochen.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von Ärzte ohne Grenzen, Tankred Stöbe, sind die Hilfskräfte in Westafrika mit dem Ausmaß der Epidemie zunehmend überfordert: „Unsere Kollegen in den betroffenen Ländern sind am Ende ihrer Kräfte. Sie haben es mittlerweile mehr mit Toten, als mit Lebendigen zu tun“, sagte Stöbe im Interview mit dem Radiosender Bayern 2. Die Bekämpfung der Seuche könne nicht mehr nur den Nicht-Regierungsorganisationen überlassen werden. „Die Verzweiflung nimmt jeden Tag zu. Wir schaffen das nicht mehr allein.“

Es brauche Krankenhäuser und Isolierstationen mit ausgebildetem Personal. Der Einsatz von militärischen Antiseucheneinheiten könne die Helfer vor Ort unterstützen, so Stöbe. Die USA hatten bereits angekündigt, rund 3000 Soldaten in das Krisengebiet zu schicken. Hinweise auf eine Beteiligung deutscher Soldaten direkt im Krisengebiet gibt es bislang nicht.