Naturkatastrophe

30.000 Menschen suchen Schutz vor dem Hurrikan

Aus Furcht vor der zerstörerischen Kraft des Hurrikans „Odile“ haben sich im Nordwesten Mexikos Tausende Touristen und Einheimische in Luxushotels verschanzt.

Im beliebten Ferienort Los Cabos auf der Halbinsel Baja California im Pazifik boten nach Behördenangaben 18 Hotels einen Notunterschlupf für etwa 30.000 ausländische Urlauber und Mexikaner. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern zog der Sturm in Richtung Norden.

„Odile“ traf die Region am Sonntagabend (Ortszeit) mit voller Wucht, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Durch heftige Böen wurden Bäume umgeknickt, Stromleitungen gekappt und Dächer abgedeckt. Meteorologen warnten wegen der heftigen Regenfälle vor gefährlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. Laut dem Zivilschutz mussten etwa 7000 Bewohner tief liegender Gebiete vorsichtshalber in Sicherheit gebracht werden, Hunderte Soldaten wurden zu Hilfseinsätzen abkommandiert. In Cabo San Lucas wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt, um Unfälle zu verhindern. Die Schulen sollten am Montag geschlossen bleiben. Behördenvertretern zufolge sollte auch auf Feiern zum Unabhängigkeitstag verzichtet werden.

„Es gab kein Licht mehr, wir waren komplett im Dunkeln“, sagte Wenseslao Petit, Chef des Zivilschutzes von Los Cabos an der Südspitze der Halbinsel. „Wir wurden völlig überrascht“, berichtete der Surfer Steve Clement aus Hawaii. „Die See ist stürmisch, ich denke, es wird sehr hässlich werden.“ Die sechsfache Mutter Fermina Gonzáles flüchtete sich mit ihren Kindern in eine Grundschule. „Gott weiß, wie viele Nächte wir noch hier bleiben müssen“, sagte sie. In dem Gebäude fanden etwa 150 Menschen Zuflucht. Ein Hotelmanager in San José del Cabo erklärte, es gebe keine Panik unter den Urlaubern. „Das Hotel ist sicher und kann in eine Notunterkunft umgewandelt werden“, versicherte Daniel Manzini vom Hyatt Place.