Seuche

Ebola: 1000 Kinder in Sierra Leone wurden zu Waisen

Die Ebola-Epidemie in Sierra Leone macht immer mehr Mädchen und Jungen zu Waisen.

„Die Regierung spricht aktuell von mehr als 1000 Kindern, die durch die Krankheit ihre Eltern verloren haben und die Zahl steigt täglich“, berichtet Emmanuel Woode, der Direktor der SOS-Kinderdörfer in dem westafrikanischen Land ist. Die Organisation hat ihren Sitz in München. Das Sozialsystem sei derzeit völlig überfordert. Die Kinder seien nach dem Tod ihrer Eltern oft sich selbst überlassen oder würden von ihren Verwandten verstoßen. Denn die Angehörigen hätten Angst, sich zu infizieren.

In dem westafrikanischen Land ist erneut eine Ärztin am Ebola-Virus gestorben. Die Medizinerin sei am Dienstag positiv getestet und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden, erklärte ein Beamter der Gesundheitsbehörden am Sonntag. Zuvor waren bereits drei Ärzte in dem Land dem Virus zum Opfer gefallen. Zudem starben bereits rund 50 Krankenschwestern in Sierra Leone an Ebola.

Zwei niederländische Ärzte wurden derweil wegen des Verdachts auf eine Ebola-Erkrankung in ihre Heimat ausgeflogen, wie die Stiftung mitteilte, für welche die Mediziner tätig sind. Die Ärzte seien in einer Klinik im niederländischen Leiden unter Quarantäne gestellt worden und würden untersucht. Sie könnten sich ebenfalls in einem Krankenhaus in Sierra Leone infiziert haben. Am schwersten von der Epidemie betroffen sind neben Sierra Leone Liberia und Guinea. Mehr als 2400 Menschen sind bereits an dem Ebola-Virus gestorben.