Ebola-Epidemie

Airline streicht Flüge nach Kenia

Zahl der Ebola-Erkrankten erhöht sich weiter. Ein ungeprüftes Medikament kann noch nicht eingesetzt werden

Ein neues experimentelles Medikament gegen Ebola kann nach Angaben einer kanadischen Herstellerfirma noch nicht in Afrika eingesetzt werden. Der „rechtliche Rahmen“ für eine Behandlung von Patienten in den von der Epidemie betroffenen Ländern sei unklar, teilte Tekmira Pharmaceuticals am Mittwoch mit. Derweil erhöhte sich die Zahl der Ebola-Patienten in Nigeria auf elf.

Bei dem Impfmittel von Tekmira müsse bedacht werden, dass Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt seien, sagte Konzernchef Mark Murray bei einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten. Daher sei zunächst eine eingehende Prüfung möglicher Behandlungen im Rahmen klinischer und rechtlicher Grenzen nötig. Laut Murray steht Tekmira zudem im Bemühen um eine Eindämmung von Ebola in Kontakt mit Regierungen und der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO hatte am Dienstag ihr Einverständnis für den Einsatz experimenteller Mittel gegeben und erklärt, dies sei ethisch vertretbar. Es müssten jedoch bestimmte Vorgaben eingehalten werden.

Ein Pharmahersteller aus den USA hat derweil angekündigt, er habe genügend Dosen eines Ebola-Impfstoffs entwickelt, um es am Menschen zu testen. Laut Gordon Link, dem Finanzchef des im US-Staat Iowa ansässigen Unternehmens NewLink Genetics, ist jedoch noch unbekannt, wann diese Tests stattfinden sollen. Das Medikament habe allerdings eine einhundertprozentige Wirkung gegen die Infektion mit Ebola bei Versuchen mit nichtmenschlichen Primaten gezeigt. Liberia, das mit dem ungeprüften Medikament ZMapp versorgt wurde, steht vor der Frage, wie der kleine Vorrat des Mittels verteilt werden solle. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, solch eine Auswahl sei „ein unglaubliches Dilemma“.

Währenddessen stieg die Zahl der Ebola-Fälle in Nigeria – dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas – am Donnerstag auf elf. Wie der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu in der Hauptstadt Abuja mitteilte, ist ein weiterer Fall eines Arztes aufgetaucht, der sich bei der Behandlung eines in Liberia erkrankten Mannes angesteckt hatte. Mit diesem Mann, der am 25. Juli gestorben war, hatten alle bisher bekannten Ebola-Infizierten in Nigeria direkten Kontakt. Bislang starben in dem Land drei Menschen an dem Virus. In den Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria starben seit dem Ausbruch im Frühjahr nach WHO-Angaben mehr als 1000 Menschen an Ebola. Fast 2000 Infektionen wurden bestätigt.

Aus Angst vor Ebola will die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air ab dem 20. August ihren Flugverkehr nach Kenia einstellen. In dem ostafrikanischen Land wurde bislang zwar kein Ebola-Fall bekannt. Die Airline ist aber dafür bekannt, Risiken so gering wie möglich zu halten.