Sicherheit

Internet-Selfies sollen Pariser Brücken von Schlössern entlasten

Die französische Hauptstadt Paris will ihre Brücken von Liebesschlössern befreien.

Die tonnenschweren Beweise gegenseitiger Zuneigung gefährden inzwischen nicht nur die Statik von beliebten Brücken in der Stadt der Liebe. Bedroht sind die Touristen selbst: Weggeworfene Schlüssel, herabfallende Schlösser, ganze Teile des Brückengeländers bringen die mit Besuchern vollgepackten Ausflugsschiffe in Gefahr.

Selbstporträts verliebter Paare sollen die Liebesschlösser an den Pariser Brücken nun ersetzen. Die Stadtverwaltung will die Bekundungen glücklicher Besucher, seit 2008 an den Brücken geduldet, so ins Internet locken. Auf Zugängen der Brücken appellieren nun große Herzaufkleber an Verliebte: „Unsere Brücken können euren Liebesgesten nicht länger standhalten.“ Als Alternative gibt es „love without locks“ (Englisch für: Liebe ohne Schlösser). Auf der Internetseite sollen Selbstporträts das Glück der Paare bezeugen – sodass diese nicht wie weltweit üblich ein Schloss anbringen und den Schlüssel in den Fluss werfen.

Über Netzwerke wie Instagram oder Twitter können Verliebte ihr Selfie mit dem Hashtag #lovewithoutlocks platzieren – und im Zweifel auch wieder löschen. Bis Mittwoch kamen immerhin schon rund 300 Fotos von Verliebten zusammen, zwischenzeitlich gab es auch Werbung von Schlossverkäufern. Die sind um die Brücken herum allgegenwärtig – mit happigen Preisen von bis zu zehn Euro pro Schloss.

Gefährdet sind in Paris vor allem die Brücken Pont de l'Archevêché hinter der Kathedrale Notre Dame und Pont des Arts zum Louvre. An der Fußgängerbrücke waren vor wenigen Wochen Geländerteile unter dem Gewicht zusammengebrochen. Elemente der Brücke sind derzeit mit Stützen zusätzlich gesichert. Aber auch andere Orte locken Schlösser – selbst der Eiffelturm ist betroffen.