Aktion

18-Jähriger legt sich wegen Werbung mit der Deutschen Post an

Fast jeder kennt die Werbezeitschrift „Einkauf aktuell“. Sonnabends liegt sie im Briefkasten von 20 Millionen Haushalten.

Wer die Broschüre ungeöffnet ins Altpapier werfen will, hat ein Problem: Sie ist in Plastikfolie gehüllt. Genau dagegen setzt sich ein 18-jähriger Niederbayer zur Wehr und legt sich mit der Deutschen Post AG an, die das Heftchen versendet.

„Schlimm genug, dass man sich nicht gegen die Werbung wehren kann. Aber dass das Heft in Plastik gehüllt wird, geht gar nicht“, sagt Fabian Lehner aus Simbach am Inn. Vor gut zwei Monaten steckte die umhüllte Werbung erstmals im Briefkasten. Ob dahinter eine Methode steckt, damit der Kunde die Zeitschrift nach dem Enthüllen erst mal in der Hand hat, weiß der 18-Jährige nicht. Lehner startete umgehend eine Online-Petition und fand rasch 70.000 Unterstützer.

Er fuhr zur Post nach Nürnberg und überreichte eine CD mit den Unterschriften. An einem Stehtisch im Flur habe man ihn in 15 Minuten abgefertigt, sagt Lehner. Die Petition habe ein hochrangiger Produktmanager übernommen, entgegnet Post-Pressesprecher Erwin Nier. Nach einer Prüfung der Unterlagen werde es zeitnah in den kommenden Wochen eine Antwort geben.

Prüfungen hätten im Übrigen ergeben, dass der Empfänger das komplette Werbeheft samt Folie wegschmeißen könne. Beim Recycling würden Papier und Folie sauber getrennt. Ein Rechtsanwalt aus Lüneburg hatte bereits erfolgreich wegen der Heftchen gegen die Post geklagt. Die Richter beriefen sich auf Artikel 2 des Grundgesetzes, der das Selbstbestimmungsrecht garantiert.