Bergsteigen

Polizei stoppt Mont-Blanc-Aufstieg von Fünfjährigem

Ein französischer Polizist hat eine österreichische Familie gerade noch von einer Besteigung des 4800 Meter hohen Mont Blanc mit ihrem fünfjährigen Sohn abgehalten.

Der Gendarm habe die Familie nur mittels großer Überzeugungskraft von ihrem Vorhaben abbringen können, hieß es in einer Mitteilung von Jean-Marc Peillex, Bürgermeister der am Fuße des höchsten Alpenberges gelegenen Gemeinde Saint-Gervais. Zuvor hätten vier Bergführer vergeblich versucht, eine Gruppe russischer Amateure in schlechter körperlicher Verfassung vom Aufstieg abzuhalten. Peillex engagiert sich gegen unverantwortliche Aufstiegsversuche, die er als „Disney Montblanc“ bezeichnet. Zuletzt war ein US-Amerikaner mit seinen neun- und elfjährigen Kindern in eine dramatische Situation geraten. Die per Seil gesicherten Kinder stürzten an einer gefährlichen Stelle ab und konnten nur mit Hilfe anderer Bergsteiger gerettet werden.

Der Amerikaner Patrick Sweeney hatte versucht, mit seinen beiden Kindern den Couloir du Goûter auf 3700 Meter Höhe zu durchqueren, der von manchen auch „Todeskorridor“ genannt wird. Auf einem Video, das der US-Sender ABC News ausstrahlte, war zu sehen, wie die Kinder von einer beginnenden Lawine mitgerissen wurden. Der Vater, der sich selbst als „Adrenalin-Junkie“ bezeichnet, war von der Kritik völlig überrascht: Er habe „den Weltrekord des jüngsten Bergsteigers brechen“ wollen, indem er seinen neunjährigen Sohn P.J. auf den Gipfel brachte, rechtfertigte er sich danach.

Der Bürgermeister Peillex hatte das Video kommentiert, dass er nun genug von „Spinnern“ habe. „Ich will hier andere Saiten aufziehen“, kündigt Peillex in seinem Dorf im Mont-Blanc-Massiv an. Viele Wanderer unterschätzen das Risiko der Tour, mindestens 40 Menschen kommen jährlich am Mont Blanc ums Leben. Erst vor Kurzem musste die Bergwacht zwei Leichen bergen.