Justiz

Deutschem Raser droht in der Schweiz eine Haftstrafe

Einem Raser aus Deutschland droht in der Schweiz nach der Beschlagnahme seines Autos nun auch noch Gefängnis.

„Wir sind durch das Gesetz gezwungen, eine Haftstrafe zwischen einem und vier Jahren zu verlangen“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Elisabeth Strebel, am Dienstag. Diese Anklage werde jetzt vorbereitet.

Der 59-jährige Deutsche war am Sonntag mit 215 Kilometern pro Stunde auf der A1 nahe der Ortschaft Spreitenbach (Kanton Aargau) geblitzt und kurz darauf gestoppt worden. Maximal erlaubt ist auf eidgenössischen Autobahnen Tempo 120. Bei 80 Sachen und mehr über dem Limit werden Fahrer nach dem vor anderthalb Jahren deutlich verschärften Schweizer Verkehrsrecht „Via sicura“ offiziell als „Raser“ eingestuft und in aller Regel hart bestraft. Möglich sei aber, dass eine Gefängnisstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird, erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dann werde sie in jedem Fall mit einer Geldbuße verbunden, die mehrere Tausend Franken betragen könne. Unabhängig davon wird das Fahrzeug des Rasers – in diesem Fall eine ältere Mercedes-Limousine – einbehalten und zugunsten der Staatskasse verkauft.

Wer im Urlaub gegen Verkehrsregeln verstößt, muss teils deutlich höhere Geldbußen als in Deutschland bezahlen. In manchen Fällen können Autos sogar eingezogen werden – wie jetzt bei dem deutschen Raser in der Schweiz. Bei Fahrten mit viel Alkohol sei dies auch in Italien oder Dänemark möglich, sagt ein ADAC-Sprecher. „Man unterliegt den örtlichen Gepflogenheiten.“ In- und Ausländer müssten gleichermaßen in die Taschen greifen, es werde kein Unterschied gemacht.

Das Bundesamt in Flensburg trägt nach ADAC-Angaben für Verstöße im Ausland zwar keine Punkte ein. Wer als Deutscher jedoch in anderen Staaten Verkehrsregeln bricht, kann zum Beispiel in Italien ein Punktekonto bekommen.