Gesundheit

Ebola-Patient wird wohl nicht in Hamburg behandelt

Die Behandlung eines Ebola-Patienten aus Westafrika in Deutschland blieb am Dienstag ungewiss.

Ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde sagte allerdings, er halte es für eher unwahrscheinlich, dass der Mann in die Hansestadt gebracht werde. Der Erkrankte sei noch immer nicht transportfähig.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob der Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könnte. Unbestätigten Berichten zufolge könnte es sich um den führenden Ebola-Experten Sheik Umar Khan aus Sierra Leone handeln, der im Kampf gegen Ebola in seiner Heimat viel bewegte.

Wie das UKE mitteilte, hatte es bereits am Montag eine zweite Anfrage für die Übernahme eines Patienten gegeben, der sich die Infektion ebenfalls bei seiner medizinischen Tätigkeit zugezogen haben soll. Es seien aber noch keine konkreten Schritte unternommen worden.

Unterdessen forderte das Kinderhilfswerk Plan internationale Anstrengungen, „um die Ausbreitung der Ebola-Epidemie zu stoppen und einem medizinischen Desaster zuvorzukommen“. „Ebola ist nicht mehr nur ein regionales Problem, das Virus ist zu einer medizinischen Krise von weitreichendem Ausmaß geworden“, sagte der Katastrophenschutz-Experte bei Plan, Unni Krishnan. Es haben sich auch schon viele Ärzte und Krankenschwestern während der Arbeit angesteckt. Die meisten überlebten nicht.

Die bisher schwerste Ebola-Epidemie aller Zeiten war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Vor wenigen Tagen wurde ein erster Fall in Nigeria bekannt.

Es handelt sich um den ersten Ausbruch der Krankheit in Westafrika. Jüngsten WHO-Zahlen zufolge gab es bis zum 23. Juli insgesamt 1201 Fälle, 672 Menschen starben an der Seuche.