Prozess

Mollath gehört laut Gutachter nicht in die Psychiatrie

Dritter Teilerfolg für Gustl Mollath: Der 57-Jährige stellt nach Angaben eines psychiatrischen Sachverständigen keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit dar.

Eine erneute Zwangseinweisung in die Psychiatrie hält Professor Norbert Nedopil für nicht angemessen. „Eine psychische Störung ist nicht nachweisbar“, betonte der forensische Experte aus München am Freitag vor dem Landgericht Regensburg. Der Angeklagte habe außer den vorgeworfenen Taten keinerlei wahnhafte Handlungen gezeigt. Nach dem jetzigen Gutachten ist Mollath auch voll schuldfähig, betonte Nedopil. Zuvor waren bereits die Misshandlungen seiner Ehefrau und die Reifenstechereien von Gutachtern als nicht beweisbar eingestuft worden. Trotzdem ist Gustl Mollath unzufrieden. Er erhofft sich eine komplette Rehabilitation.

Der 57-Jährige muss sich wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung verantworten. Er soll 2001 seine damalige Ehefrau körperlich misshandelt und eingesperrt haben. Zudem soll er Dutzende Autoreifen zerstochen haben. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Mollath 2006 von den Vorwürfen wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, ihn aber in die Psychiatrie eingewiesen. Der Fall hatte eine Debatte über die Unterbringung in psychiatrischen Kliniken ausgelöst. Der vom Regensburger Gericht für das Wiederaufnahmeverfahren bestellte Experte erläuterte zudem, dass der von seinen Kollegen einst formulierte Verdacht einer wahnhaften Störung nicht abwegig gewesen sei. Es hätte aber weitere Untersuchungen geben müssen, betonte er.