Statistik

Die Liebe zählt wieder ein bisschen mehr

Trend zu einer längeren Ehedauer: Die Zahl der Scheidungen in Deutschland sinkt

Eigentlich klingen sie doch ganz gut, die aktuellen Meldungen des Statistischen Bundesamtes: Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland, verkündete die Wiesbadener Behörde am Dienstag, ist 2013 im Vergleich zu 2012 um 5,2 Prozent zurückgegangen. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre zu einer längeren Ehedauer. 14 Jahre und acht Monate dauerte im Durchschnitt eine im Jahr 2013 geschiedene Ehe. 1993 lag der Durchschnittswert noch bei elf Jahren und sieben Monaten.

Aber ist das wirklich ein Zeichen dafür, dass die Liebe wieder zählt? Tatsächlich bleibt die Zahl der Ehescheidungen ungebrochen auf einem hohen Niveau. 2013 waren es immerhin 169.800 Ehen, die vor dem Scheidungsrichter endeten. Fast die Hälfte der geschiedenen Ehepaare hat gemeinsame minderjährige Kinder. Die Zahl der von dem juristisch besiegelten Eheaus der Eltern betroffenen Mädchen und Jungen war um knapp fünf Prozent niedriger als die des Vorjahres. Faktisch waren es aber doch noch 136.000.

Mehr als jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. 2013 gingen elf von 1000 Ehen auseinander, 1992 waren es noch sieben von 1000. Und nach der vom Statistischen Bundesamtes aufgrund der derzeitigen Scheidungsverhältnisse errechneten Prognosen werden 36 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der kommenden 25 Jahre geschieden. Nein, um das Liebesleben der Deutschen steht es nicht zum Besten.

Die Gründe sind vielfältig. Die Online-Partnervermittlung Elite-Partner hat für eine aktuelle Studie 10.000 Liierte und Singles gefragt, woran ihrer Ansicht nach Beziehungen scheitern. An erster Stelle steht demnach wiederholtes Fremdgehen. Unehrlichkeit und Geheimniskrämerei wirken sich ebenfalls negativ auf die Haltbarkeit von Beziehungen aus.

Während für Männer sexuelle Unzufriedenheit als Trennungsgrund eine stärkere Rolle spielt, geben für Frauen eher Phänomene wie mangelnde Liebesbeweise, das Gefühl, sich unverstanden und eingeengt zu fühlen, den Anlass zur Trennung. „Frauen ziehen häufiger den Schlussstrich“, erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von Elite-Partner.

Das Durchschnittsalter der Frauen, die sich 2013 scheiden ließen, lag bei fast 43 Jahren, das der Männer bei 46. 20 Jahre zuvor waren die Ehepartner bei der Scheidung beinahe sieben Jahre jünger.