Kirche

Evangelischer Pfarrer in Freiburg nach Streit erstochen

Der 55-jährige Pfarrer und Superintendent der evangelischen Kirche in Freiburg und Baden, Christof Schorling, ist am Dienstagabend von einem psychisch kranken Mann erstochen worden.

Der 30-jährige Täter sei unmittelbar nach dem Tötungsdelikt festgenommen worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mit. Schorling hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder. „Das ist nicht nur ein Schock für uns, das ist eine Traumatisierung“, sagte der Karlsruher Pfarrer Christian Bereuther. Bereuther ist stellvertretender Superintendent und leitet in Karlsruhe die knapp 500 Mitglieder zählende Gemeinde. Er selbst habe bereits am gestrigen Abend von der Mordtat erfahren, die um 19.30 Uhr während eines seelsorgerlichen Gesprächs mit dem psychisch kranken Täter stattgefunden habe.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Mann aus Freiburg, der an einer psychischen Krankheit leidet. Dieser habe bereits in der Vergangenheit mehrfach das Gespräch mit dem Pfarrer gesucht. Auch im Laufe des Dienstags soll er mehrfach um ein Zusammentreffen mit dem Opfer gebeten haben.

Zur Tatzeit hätten sich mehrere Personen im Pfarrhaus befunden, sagte Bereuther. „Ich habe nun erst mal alle Gemeinden angewiesen, jetzt ganz für Freiburg da zu sein, da wir ja jetzt ohne Kirchenleitung sind“, so Bereuther weiter. Schorling war seit 1999 Superintendent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden. Er studierte Theologie in Oberursel und Heidelberg. Nach dem Vikariat in Dreihausen bei Marburg trat er seine erste Pfarrstelle in Pforzheim an.