Gesundheitszustand

Höhlenforscher geht es besser, sprechen fällt ihm aber schwer

Dem geretteten Höhlenforscher Johann Westhauser geht es nach seiner fast zweiwöchigen Gefangenschaft in der Riesending-Schachthöhle unerwartet gut.

In einer Videobotschaft aus der Intensivstation der Unfallklinik Murnau dankte er seinen Rettern und „allen, die mir sehr intensiv geholfen haben“. Er wolle sich „ganz herzlich bei allen Kameraden bedanken“.

Westhausers Stimme klingt zwar noch verschwommen. Der Patient sei aber schon jetzt auf dem Weg der Besserung, sagte der Ärztliche Direktor der Klinik, Volker Bühren. „Das ist für uns nach dem beschriebenen Verlauf ein hervorragender Zustand.“ Seine Ehefrau und sein Sohn konnten den 52 Jahre alten Forscher bereits für drei Stunden besuchen.

Westhauser, der an Pfingsten bei einem Steinschlag ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, war in einer beispiellosen Aktion aus Deutschlands tiefster Höhle gerettet worden. Am Donnerstag um 11.44 Uhr, etwas mehr als 274 Stunden nach seinem Unfall in rund 1000 Metern Tiefe, sah er am Ausgang der Schachthöhle wieder Tageslicht. Die Helfer, die ihn in den vergangenen sechs Tagen aus der Tiefe geholt hatten, lagen sich erschöpft, aber überglücklich in den Armen.

Auch was seine Gesundheit angeht, hatte der Höhlenforscher den Ärzten zufolge großes Glück: Westhauser sei nach dem Unfall immer wieder bewusstlos gewesen. Dann erst habe sich sein Zustand gebessert. Der Verlauf hätte auch anders sein können, sagte Bühren. Die Verletzung, verursacht von einem aus 15 Metern Höhe herabfallenden Stein, sei lebensgefährlich gewesen.

Im Gehirn sei ein Bereich betroffen, der für die Motorik verantwortlich ist – aus diesem Grunde tue sich Westhauser mit dem Sprechen schwer. Geistig sei er aber vollkommen klar, sagte Bühren. Nach den Diagnosen und dem bisherigen Verlauf hofften die Ärzte, dass der Wissenschaftler „eine weitgehende Wiederherstellung erreichen wird“.