Technischer Defekt

Fährunfall auf der Insel Amrum: Joystick war schuld

Am Tag nach dem Fährunglück im Hafen der nordfriesischen Insel Amrum sind zwei Schwerverletzte außer Lebensgefahr.

Drei Schulkinder, die nach dem Unfall in Krankenhäuser auf dem Festland gebracht wurden, konnten zudem aus der stationären Behandlung entlassen werden, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Donnerstag in Husum mit. Das Schiff war am Mittwoch um kurz vor 11 Uhr ungebremst gegen den Anleger geprallt. Es hatte laut Reederei eine Geschwindigkeit von sechs bis sieben Knoten, das entspricht 11 bis 13 Kilometern pro Stunde.

Ursache für das Fährunglück war ein technischer Defekt. Das ergaben die Untersuchungen der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU), der Wasserschutzpolizei und des Germanischen Lloyd, teilte die Reederei Adler-Schiffe am Donnerstag in Westerland auf Sylt mit. Der Joystick für die Steuerung der Antriebe habe falsche Signale gegeben, weil ein Potenziometer fehlerhaft war. Das ist ein elektrisches Bauelement. Es werde nun erneuert und im Schiffsbetrieb getestet.

Insgesamt waren bei dem Unglück 27 Menschen verletzt worden – sechs von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Reederei waren 234 Personen an Bord, darunter auch Schulklassen. Die unverletzten Passagiere der „Adler-Express“ wurden mit einem anderen Schiff zu ihren Zielorten gebracht, soweit sie nicht auf Amrum bleiben wollten. Der Sachschaden an der Fähre wird auf rund 20.000 Euro geschätzt. Die Reparaturzeit könnte nach Einschätzung einer Sprecherin eine Woche betragen.

Die Reederei sprach allen betroffenen Passagieren ihr Bedauern aus und entschuldigte sich für den Vorfall. Falls Passagiere Sach- oder Personenschäden geltend machen wollen, können sie sich mit der Reederei in Verbindung setzen, die Ansprüche prüfen will. Schifffahrtsunternehmen sind gegen derartige Unfälle versichert.