Gewalt

Drama in Garching: Brüder erschießen sich in Biergarten

Mit Kopfschüssen haben sich in einem Biergarten in Garching bei München zwei Brüder getötet.

Vor den Augen mehrerer Polizeibeamter hatte sich am Montagabend zunächst der eine Mann gerichtet. Danach nahm offenbar der andere die Pistole, um sich ebenfalls zu töten. Die Tat hat wahrscheinlich einen Drogenhintergrund. Die 25 und 31 Jahre alten Männer waren bereits mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgefallen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten.

Einen politischen oder rechtsextremen Hintergrund sehen die Ermittler nicht. „Wir haben nichts, was auf einen rechten Hintergrund hinweisen würde“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. „Sie sind in dieser Hinsicht nie bei uns in Erscheinung getreten.“ Es gebe auch keine Hinweise auf eine bandenmäßige Organisation. Die Brüder seien bei den Ermittlern dennoch bereits bekannt gewesen. Sie hätten Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln und Beschaffungskriminalität begangen, vom Diebstahl bis zum Handel mit Drogen. „Es ist eine typische Drogenkarriere.“

Ein Passant hatte beobachtet, wie das Duo in dem geschlossenen Biergarten mit einer Waffe hantierte. Er alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, sei es bereits dämmrig gewesen, sagte der Leitende Kriminaldirektor Frank Hellwig. „Die Beamten haben, weil es schon relativ schlechte Lichtverhältnisse waren, mit der Taschenlampe geleuchtet und gesehen, wie eine Person sich die Waffe an den Kopf hält und abdrückt. Die Beamten haben sich zurückgezogen, weil die Lage unklar war.“ In dem Moment sei der zweite Schuss gefallen.

Der ältere Bruder, der bei der Großmutter lebte, war Ende 2013 in die Psychiatrie gekommen, nachdem bei ihm ein Abschiedsbrief gefunden worden war. Der Mann habe angekündigt, sich in den Kopf zu schießen. An den Wohnsitzen der beiden wurde jedoch kein neuer Abschiedsbrief entdeckt.