Zwischenfall

Hai attackiert deutsche Taucher

Video des Angriffs vor Südafrika wird zum Erfolg im Internet

Es sollte nur ein harmloser Ausflug in die Bucht Mossel Bay vor der Küste Südafrikas werden, doch die Gruppe deutscher Taucher erlebte eine Begegnung der eher gefährlichen Art: Ein fast vier Meter langer Weißer Hai griff sie an. Ein Video der Szene löste im Internet bereits einen Hype aus, fast drei Millionen Mal wurde es von Nutzern geklickt. Dass es so populär werden würde, damit habe er nie gerechnet, erzählt Rainer Schimpf von Expert-Tours, der die Szene unter anderem filmte.

„Wir waren zu sechst auf dem Boot und wollten eigentlich mit Walen, Delfinen und Wildvögeln tauchen, als zwei Passagieren schlecht wurde. Wir sind dann an Land gefahren und haben überlegt, dass wir uns dann die Seelöwen-Kolonie ansehen“, erzählt Schimpf. „Plötzlich haben wir entdeckt, dass ein Weißer Hai unser Boot umkreiste. Es ist für Taucher ja immer etwas Tolles, so ein Tier zu sehen.“ In dem unruhigen Wasser kam das Tier tatsächlich ganz nah heran und schien zunächst bloß neugierig.

„Dann plötzlich hat der Hai kurz entschlossen einen linken Haken gemacht und in das Boot gebissen“, beschreibt der 47-Jährige die Szene. Die Zähne des Hais bohrten sich in das Gummi, mit einem Ruck zerrte der Hai noch einmal daran, als wolle er ein Stück aus dem Boot herausreißen. Eine heikle Situation.

Der Biss habe sich angehört, als habe jemand ein Messer in den Schlauch gerammt, sagt Schimpf. „Unser Boot wäre wegen der geplatzten Schläuche zwar nicht untergegangen, weil es mehrere Luftkammern besitzt und ein sogenanntes Hartkielschlauchboot ist, aber trotzdem war die Situation gefährlich. Zum Glück saß niemand genau dort auf dem Rand, wo der Hai zugebissen hat.“ Er sei dann ganz langsam weggefahren, damit niemand ins Wasser fallen konnte, weil derjenige sonst wirklich in Schwierigkeiten gewesen wäre, sagt Schimpf. „Es war zum Glück nicht mehr weit bis zum Land.“ Der Hai sei dem Boot zwar noch etwas gefolgt, habe dann aber davon abgelassen. Eine Attacke dieser Art habe er in mehr als 25 Jahren noch nie erlebt. Trotz der gefährlichen Situation seien die Taucher eher amüsiert als verängstigt gewesen. „Ich glaube, der Weiße Hai hielt uns für einen toten Wal und hat einfach probiert“, sagt Schimpf. Vermutlich sei das Tier nur auf der Suche nach Futter gewesen.

An Land waren jedoch alle fassungslos über den Schaden am Boot. Die Versicherung habe übrigens anstandslos bezahlt, als er ihnen einen Screenshot vom Haibiss schickte. Ein Haibiss gelte als höhere Gewalt, erklärt Schimpf. „Meine Gäste waren nach dem Vorfall so begeistert, dass sie am Tag drauf in einem Hai-Gebiet Käfigtauchen waren“, sagt Schimpf. Dabei begegneten sie noch einmal Weißen Haien – und zwar gleich sieben Stück. Dieses Mal sei aber alles gut gegangen.