Urteil

Florida mit Hartz IV: Bewährungsstrafe für Tommy Haas’ Eltern

Im Winter müsse sie in Florida sein, die Kälte hier könne sie nicht ertragen, sagte Tommy Haas’ Mutter Brigitte laut „Süddeutscher Zeitung“.

Ein bemerkenswerter Satz für eine Frau, die mit ihrem Mann wegen Sozialbetrugs vor Gericht steht. Normalerweise wird in solchen Verfahren über das Schicksal von Menschen entschieden, die von einem Florida-Urlaub nur träumen können. Aber normal ist in diesem Fall sowieso nichts: Dass die Eltern eines prominenten Topverdieners Sozialleistungen erschleichen könnten – darauf muss man erst mal kommen. Immerhin soll Tommy Haas „Focus Online“ zufolge bisher 13 Millionen Dollar Preisgeld erspielt haben.

Die Geschichte beginnt mit dem lebensgefährlichen Motorradunfall, den Tommy Haas’ Vater Peter im Jahr 2002 hatte. Danach konnte Peter Haas nicht mehr als Tennistrainer arbeiten und meldete sich arbeitslos. Deshalb bezogen die Eltern von Tommy Haas seit November 2011 Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Ein Jahr lang zahlte ihnen das Jobcenter Rosenheim insgesamt 14.796 Euro. Allerdings hatten die beiden in diesem Zeitraum Einkünfte von 46.126 Euro, die sie gegenüber dem Jobcenter verheimlichten. Laut „Süddeutsche Zeitung“ enthielten die Arbeitslosengeldanträge der beiden weder den Mietzuschuss von Tommy Haas noch zwei Versicherungsprämien. Das Gericht geht davon aus, dass Peter und Brigitte Haas die Beträge bewusst verschwiegen haben. Deshalb griff die Richterin hart durch: Sie verurteilte die Eltern von Tommy Haas zu je neun Monaten Haft auf Bewährung. Zudem müssen sie die 14.796 Euro in Raten zurückzahlen. 500 Euro pro Monat sind fällig.