Sicherheit

Autofahrer nach 15 Attacken in Angst vor Steinewerfer

Bei Autofahrern im baden-württembergischen Ehingen (Alb-Donau-Kreis) und Laupheim (Landkreis Biberach) geht die Angst vor einem Steinewerfer um: Seit Ende März haben Autofahrer bei der Polizei 15 Angriffe gemeldet.

Unbekannte hatten aus dem Gegenverkehr mit faustgroßen Kieselsteinen auf die Windschutzscheiben der Fahrzeuge gezielt, wie die Polizei berichtete. Ein Mensch wurde bislang verletzt.

Am Donnerstagabend warfen Unbekannte einen Stein auf den Wagen eines Familienvaters – er war mit seiner 17-jährigen Tochter in Laupheim unterwegs, als ein Stein die Windschutzscheibe durchschlug und das Mädchen am Kopf verletzte. Weitere Verletzte gab es bei den Attacken nicht. „Die Aufprallenergie ist nicht so hoch wie von einer Brücke“, sagte Polizeisprecher Uwe Krause. Dennoch hätten die Steine Spuren hinterlassen: Der Lack einiger Autos wurde beschädigt, Windschutzscheiben sind zersplittert. Fünf weitere Fälle gingen am Sonnabend bei der Polizei ein. „Dann riss die Serie ab“, sagte Krause. Es habe aber immer wieder Lücken zwischen den Tattagen gegeben, an denen nichts passiert sei.

Berichte über solche Angriffe im Straßenverkehr gibt es immer wieder. Einen Betonklotz hatte ein 19-Jähriger im Oktober 2012 vor ein fahrendes Auto geworfen – wegen versuchten Mordes wurde er erst am Montag vor dem Landgericht Würzburg zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Verheerend ging im Jahre 2008 eine Attacke bei Oldenburg aus: Dabei hatte ein Mann einen rund sechs Kilogramm schweren Holzklotz von einer Brücke geworfen. Der Klotz durchschlug die Scheibe eines Autos und tötete eine 33-Jährige, die auf dem Beifahrersitz saß, vor den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder. Das Landgericht Oldenburg verurteilte den 31-jährigen Täter H. damals wegen Mordes, dreifachen Mordversuchs und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu lebenslanger Haft.