Ermittlungen

Vierköpfige Familie erstickt in ihrer Wohnung gefunden

Die Polizei geht nach dem Fund von vier Leichen in einer Wohnung im westfälischen Ahlen von einem Unglücksfall aus.

Nach ersten Ermittlungsergebnissen sei die Familie am Freitag an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Sonnabend mit. In einem Mehrfamilienhaus waren die 33-jährige Mutter, zwei Kinder im Alter von ein und neun Jahren sowie der 28-jährige Vater am Freitagabend tot gefunden worden.

„Die starke Kohlenmonoxidkonzentration und die Auffindesituation der vier Familienmitglieder sprechen erst einmal gegen ein Kapitalverbrechen“, sagte Oberstaatsanwalt Heribert Beck. Eine defekte Gastherme oder ein verstopfter Kamin kämen als Ursache infrage. Sachverständige beschäftigten sich jetzt mit dieser Frage, kündigte Beck an. Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas. Wer hohen Konzentrationen davon ausgesetzt ist, kann innerhalb weniger Minuten sterben. Bei einer Vergiftung kommt es zu Sauerstoffmangel, Atemnot, Schwindel, Lähmungen und Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod.

Die Feuerwehr hatte die vier leblosen Körper am Freitag am frühen Abend gefunden. Zuvor hatten Angehörige die Polizei eingeschaltet, nachdem sie die Familie nicht hatten erreichen können. In der Wohnung stellte die Feuerwehr eine starke Kohlenmonoxidkonzentration fest, sie musste die Räume lüften. Erst anschließend wurden die Leichen gefunden. Mit den Ergebnissen der Obduktion der Toten rechnet die Staatsanwaltschaft erst in den nächsten Tagen.

Der Fall erinnert an eine Familie aus Köpenick, die im Juli in ihrer Wohnung erstickt war. In diesem Fall wurden die Vormieter zweieinhalb Jahre später zu Geldstrafen in vierstelliger Höhe verurteilt. Die beiden hatten die Gastherme und ein Abgasrohr zur Dämmung mit Stofffetzen und Papier verstopft, nachdem der Versorger ihnen den Gashahn zugedreht hatte. Nach dem Auszug hatten die beiden die Manipulationen nicht wieder beseitigt.