Selbstmord

„Ich werde sie nie vergessen“

Rolling Stones sagen nach Tod von Jagger-Freundin Tournee-Auftakt ab

Mit Trauer und Bestürzung haben Freunde, Kollegen und Fans weltweit auf den Tod der Modedesignerin und langjährigen Freundin von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger (70), L’Wren Scott, reagiert. „Ich werde sie niemals vergessen“, schrieb Jagger selbst auf seiner Internetseite. „Ich habe immer noch große Probleme zu verstehen, wie meine Geliebte und beste Freundin ihr Leben so tragisch beenden konnte.“ Statt der regulären Startseite waren ein Foto der Modedesignerin, mit der Jagger 13 Jahre zusammen war, auf schwarzem Hintergrund und die Nachricht zu sehen. „Wir haben viele wunderbare Jahre zusammen verbracht und uns gemeinsam ein schönes Leben aufgebaut. Sie hatte eine große Präsenz, und ihr Talent wurde sehr bewundert, nicht zuletzt von mir.“ Der Musiker bedankte sich für die vielen Beileidsbekundungen und die Unterstützung.

Die Rolling Stones sagten ein für diesen Mittwoch geplantes Konzert im australischen Perth ab. „Es gibt zunächst keine weiteren Informationen“, teilte der Tourveranstalter Frontier Touring per Facebook mit. Damit ist unklar, ob das Konzert nachgeholt wird und ob die anderen Auftritte in Australien wie geplant stattfinden. Das nächste Konzert war für den 25. März in Sydney geplant.

Scott, die als Model und Designerin gearbeitet hatte, war am Montag tot in ihrer Luxuswohnung im schicken New Yorker Stadtteil Chelsea gefunden worden. Offizielle Angaben zur Todesursache der 49-Jährigen gab es zunächst nicht. Die Untersuchung des Falls dauert der Polizei zufolge an. Medien wie der Nachrichtensender CNN berichteten unter Berufung auf Polizeiquellen, dass sich die Designerin erhängt habe. Es gebe keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Scott habe keine Nachricht hinterlassen. Am Morgen soll sie ihrem Assistenten eine SMS geschrieben haben, dass er vorbeikommen solle. Als er das wenig später tat, fand er Scott tot und rief die Polizei.

Die im US-Bundesstaat Utah als Laura Bambrough geborene Scott hatte nach der Schulzeit zunächst als Model vor allem in Paris gearbeitet. Später zog die mehr als 1,90 Meter große braunhaarige Schönheit nach Kalifornien und begann, Hollywood-Stars als Stylistin zu beraten. 2006 gründete sie ihr eigenes Mode-Label, das sich unter anderem mit schicken engen Röcken und Kleidern besonders an große, schlanke Frauen wie sie selbst wandte. Auch Michelle Obama trug bereits Kreationen von Scott.

Seit Anfang der 2000er-Jahre war die Designerin mit Jagger (70) zusammen. Mit ihr schien der als Herzensbrecher und für viele Affären bekannte Sänger endlich eine stabile Beziehung gefunden zu haben. Wenn Scott ihre Kreationen auf dem Laufsteg zeigte, saß Jagger gern in der ersten Reihe. In diesem Jahr hatte die Designerin ihre Teilnahme an der Londoner Modewoche im Februar allerdings kurzfristig abgesagt. Als Grund wurden Verzögerungen in der Produktion genannt. Scotts Firma hatte auch mit Finanzproblemen zu kämpfen. Das Jahr 2012 hatte die britische Modefirma LS Fashion Ltd mit einem Minus von mehr als 3,5 Millionen Pfund abgeschlossen, wie aus einer öffentlichen Datenbank des britischen Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Die Schulden beliefen sich demnach auf rund eine Million Pfund, obwohl auch Vermögen etwa im selben Umfang vorhanden gewesen sei.