Fernsehen

„50 Shades of Tatort“: Das Netz spottet über Simone Thomalla

Viele haben eingeschaltet, aber viel Hohn gab es auch: Der „Tatort“ mit Simone Thomalla und Martin Wuttke als Leipziger Ermittlerteam ist am Sonntag absoluter Quotensieger gewesen – und hat sogar gut 100.000 Zuschauer mehr vor den Bildschirm gezogen als in der Vorwoche Til Schweiger im Hamburger „Tatort“.

Im Schnitt 10,24 Millionen Menschen (27,7 Prozent) verfolgten den Fall „Frühstück für immer“, in dem es um Großstadtsingles über 40 und die Suche nach Sex und Anerkennung ging. Gut an kam der Krimi bei Kritikern und im Netz unterdessen nicht. „Der #tatort lehrt: Frauen über 40 haben bindungsängste, lassen sich aber gern fesseln!“, stichelte etwa ein Twitter-Nutzer. In Anlehnung an die Sadomaso-Trilogie der britischen Autorin E. L. James verpasste ein anderer Nutzer dem Krimi den Beinamen „50 Shades of #Tatort“. Mancher empfand ihn gar als frauenfeindlich. „Man möchte sich als Mann nach diesem ,Tatort’ spontan waschen und dann entschuldigen bei all den Frauen, die hier in die vereinigten Klischeeanstalten eingewiesen werden“, hatte Hans Hoff beim Branchendienst „DWDL.de“ geschrieben.

Für Thomalla und Wuttke war es der drittletzte Krimi in der ARD-Reihe. Der MDR will nur noch zwei Fälle mit ihnen drehen. Die beiden Schauspieler sind seit 2008 mit den Figuren Eva Saalfeld und Andreas Keppler im Einsatz. Kritik an der Darbietung von Sonntag musste vor allem Thomalla einstecken: „Mit ihren 1,5 Gesichtsausdrücken kann Simone Thomalla genau zwei Rollen spielen: aufmerksame Polizistin und aufmerksame Polizistin“, ätzte eine Twitter-Nutzerin. Beim Online-Rezensionsforum „Wie war der Tatort?“ hieß es, Drehbuchautorin Katrin Bühlig und Regisseurin Claudia Garde skizzierten in dem Film „eine Welt, in der Singlefrauen über 40 grundsätzlich unglücklich und für Männer uninteressant sind – es sei denn, sie sind schönheitsoperiert“ oder aber sie „spreizen schon nach der ersten Begegnung bereitwillig die Beine“.