Justiz

Oscar Pistorius im Mordprozesses erneut zusammengebrochen

Der Verteidiger des wegen Mordes angeklagten südafrikanischen Athleten Oscar Pistorius kritisiert mögliche Fehler der Ermittler.

Anwalt Barry Roux bezog dies am Donnerstag unter anderem auf die Untersuchung der Toilettentür, durch die Pistorius am 14. Februar 2013 die tödlichen Schüsse auf seine Freundin Reeva Steenkamp abgab. Roux versuchte, in Kreuzverhören mit Polizisten nachzuweisen, dass bei der Spurensicherung im Februar 2013 gepfuscht worden sei.

Pistorius brach am zehnten Tag des Mordprozesses erneut zusammen. Der Anblick des blutigen Tatorts löste am Donnerstag die Reaktion aus. Pistorius musste sich wie schon am Montag im Gerichtssaal von Pretoria übergeben.

Der beidseitig beinamputierte Athlet schoss eigenen Angaben zufolge durch die Toilettentür versehentlich auf seine Freundin, weil er sie für einen Einbrecher hielt. Nach Erkennen seines Irrtums will er seine Prothesen angelegt und versucht haben, die verschlossene Tür mit einem Cricketschläger einzuschlagen, um seiner Freundin zu helfen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 27-Jährige seine Freundin nach einem Streit absichtlich erschoss. Am Mittwoch wich sie jedoch von ihrer bisherigen Annahme ab, er habe bereits zum Zeitpunkt der Schüsse die Prothesen getragen. Dies wäre für sie ein weiteres Zeichen dafür gewesen, dass es sich um einen vorsätzlichen Mord handele.

Der Kriminaltechniker Johannes Vermeulen hatte am Mittwoch als Zeuge die Analyse der Toilettentür geschildert. Die Höhe der Spuren des Cricketschlägers an der Tür deuteten darauf hin, dass Pistorius zu dem Zeitpunkt auf Stümpfen gewesen sei, sagte Vermeulen.

Roux wollte am Donnerstag von Vermeulen wissen, warum dieser nicht Pistorius' Schilderung des Tathergangs gelesen habe, bevor die forensischen Untersuchungen abgeschlossen worden seien. Damit habe sich Vermeulen automatisch an die Schilderung der Staatsanwaltschaft angelehnt.