Unglück

Party im Cockpit und Wrackteile gesichtet

Verschollene Maschine MH370: Satellit findet schwimmende Objekte. Vorwürfe gegen Kopilot

Bei der Suche nach der in Südostasien verschwundenen Passagiermaschine hat ein chinesischer Satellit am späten Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit „drei schwimmende Objekte“ gefunden. Die im Meer zwischen Vietnam und Malaysia georteten Teile könnten eine Spur zu der am Sonnabend verschollenen Maschine sein, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur China News Service.

Die Fundstelle liegt etwa dort, wo die Maschine auf ihrem Kurs von Kuala Lumpur nach Peking ursprünglich zuletzt vermutet worden war. Der Fundort wurde mit 105.63 östlicher Längengrad und 6.7 nördlicher Breitengrad angegeben. Offenbar waren die Bilder bereits am Sonntag aufgenommen, aber zunächst nicht veröffentlicht worden. Eine Bestätigung, dass es sich um Wrackteile der verschollenen Maschine handelt, gab es bis Redaktionsschluss nicht.

Zudem ist Material aufgetaucht, das am Pflichtbewusstsein des Kopiloten zweifeln lässt, der das malayische Flugzeug mit nun 239 Vermissten steuerte. Ein australisches Fernsehprogramm hat Fotos veröffentlicht, die den Kopiloten des Fluges MH370 zeigen sollen, wie er Teenager während eines früheren Fluges in sein Cockpit eingeladen hat. Die Sendung „A Current Affair“ zeigte Fotos, die Fariq Ab Hamid und einen ungenannten Kollegen abbilden sollen. Auf den Bildern posieren die Piloten mit zwei Blondinen im Cockpit. Eine junge Südafrikanerin, die derzeit in Melbourne lebt, hatte die Bilder an das australische Programm übergeben.

Jonti Roos behauptet, dass sie und eine Freundin im Dezember 2011 mit Fariq Ab Hamid von Phuket in Thailand nach Kuala Lumpur geflogen seien und die gesamte Flugzeit mit den Piloten im Cockpit verbracht hätten. Der 27-jährige Hamid habe die beiden jungen Frauen vor Beginn des Fluges ins Cockpit einladen lassen. „Sie haben den gesamten Flug über geraucht“, sagte Roos dem Sender. Die beiden Piloten hätten sich während des Fluges angeregt mit ihnen unterhalten. „Während der ganzen Zeit waren sie nicht nach vorne gerichtet und flogen nicht wirklich.“

Hamid ist seit 2007 als erster Offizier bei Malaysia Airlines tätig und hat rund 2800 Flugstunden absolviert. Der Kapitän des Fluges, Zaharie Ahmad Shah (53), ist bereits seit 1981 für die Fluglinie tätig und hatte 18.000 Flugstunden hinter sich. Malaysia Airlines reagierte mit Entsetzen auf den TV-Bericht. „Malaysia Airlines hat von den Anschuldigungen gegen den ersten Offizier Fariq Ab Hamid erfahren, und wir nehmen sie sehr ernst“, schrieb die Fluglinie in einer Presseerklärung. „Wir sind von den Anschuldigungen schockiert.“ Weiter schrieb die Fluglinie, dass sie die Echtheit der Bilder und Videos des angeblichen Vorfalles nicht bestätigen könnten.

Am Mittwoch, vor dem möglichen Fund von Wrackteilen, blieb die Nachrichtenlage verwirrend. Das malaysische Militär berichtete, es habe 45 Minuten nach dem Verschwinden der Maschine Hunderte Kilometer weiter westlich ein Flugzeug auf seinem Radar gesehen. Ob es sich dabei um die vermisste Boeing handelte, sei unklar, betonte Luftwaffenchef Rodzali Daud. Erst Stunden zuvor hatte der Luftwaffenchef Berichte über ein Signal westlich von Malaysia dementiert. Nach widersprüchlichen Angaben wuchs in Malaysia die Kritik am Krisenmanagement der Behörden.